Die deutsche Radsport-Hoffnung Antonia Niedermaier hat beim Einzelzeitfahren der Tour de France der Frauen eine Top-Ten-Platzierung klar verpasst. Die Giro-Zweite aus Rosenheim landete im Kampf gegen die Uhr über 21 Kilometer von Gevrey-Chambertin nach Dijon auf dem 24. Platz und war dabei 1:34 Minuten langsamer als die Tagessiegerin Marlen Reusser aus der Schweiz. Niedermaier, die bei ihrem starken Giro-Zeitfahren Anfang Juni den vierten Platz belegt hatte, verbesserte sich aber trotzdem auf den neunten Platz der Gesamtwertung. Ihr Rückstand auf Reusser, die das Gelbe Trikot von der Norwegerin Sigrid Haugset übernahm, beträgt 1:43 Minuten. Zweite der Gesamtwertung ist 14 Sekunden zurück die niederländische Topfavoritin Demi Vollering, die im Zeitfahren auf den dritten Platz fuhr.
Niedermaier hadert mit Rückenwind
„Das Zeitfahren ist super hart gewesen. Der Berg hat mir sehr gut gefallen, aber mit dem Rückenwind und bergab ist es für mich schwierig, ein gutes Pacing hinzubekommen“, sagte Niedermaier in der ARD und präzisierte: „Wir hatten ziemlich starken Rückenwind, dadurch ist es extrem schnell geworden. Ich bin mit dem Treten kaum hinterhergekommen. Das macht es für Fahrerinnen wie mich extrem schwierig.“ Die 21-Jährige zeigte sich trotz des verpassten Top-Ten-Ergebnisses kämpferisch und blickt optimistisch auf die kommenden Bergetappen.
Vorjahressiegerin Ferrand-Prévot weit zurück
Für Titelverteidigerin Pauline Ferrand-Prévot ist ein erneuter Triumph in weite Ferne gerückt. Die Mountainbike-Olympiasiegerin von Paris verlor 2:12 Minuten und fiel damit in der Gesamtwertung weit zurück. Damit muss Ferrand-Prévot in den Bergen eine große Aufholjagd starten. Chancen dafür gibt es einige, denn das Profil wird in den nächsten Tagen bergiger. Vor allem die Kletterpartie hinauf zum Mont Ventoux am Freitag hat es in sich. Aber auch am Mittwoch wartet bereits ein anspruchsvolles Terrain, wenn auf den 140 Kilometern von Macon nach Belleville-en-Beaujolais gleich acht Bergwertungen anstehen.
Ausgangslage für die Bergetappen
Die Gesamtwertung bleibt vor den schweren Etappen spannend. Reusser führt mit 14 Sekunden Vorsprung auf Vollering, die als große Favoritin gilt. Niedermaier liegt als Neunte bereits 1:43 Minuten zurück, hat aber mit ihren Qualitäten am Berg noch Chancen auf eine Verbesserung. Die kommenden Tage werden zeigen, ob die Deutsche in die Spitzengruppe eingreifen kann. Die Tour de France der Frauen geht am Dienstag mit der Flachetappe nach Dijon weiter, ehe am Mittwoch die erste Bergankunft ansteht.



