Florian Wellbrock hat bei den Europameisterschaften im Freiwasserschwimmen in Paris Gold über zehn Kilometer gewonnen. Der 28-Jährige setzte sich am Dienstag in einem packenden Finale gegen den Ungarn David Betlehem durch und feierte damit eine triumphale Rückkehr an den Ort seines Olympia-Desasters von 2024. Oliver Klemet sicherte sich zeitgleich die Bronzemedaille.
Packendes Duell auf den letzten Metern
Wellbrock und Betlehem lieferten sich ein intensives Duell, das erst auf den letzten Metern entschieden wurde. Mit einer Zeit von 1:55:18,3 Stunden verwies Wellbrock den Ungarn (1:55:20,5) um 2,2 Sekunden auf Platz zwei. Klemet folgte in 1:55:24,8 Stunden auf Rang drei. Die Strecke führte auf einem Nebenarm der Seine in der Nähe des Eiffelturms, wo die Bedingungen im Vergleich zu den Olympischen Spielen deutlich besser waren: weniger Strömung, wärmeres und sauberes Wasser.
Emotionale Genugtuung nach Olympia-Blamage
Vor zwei Jahren hatte Wellbrock bei den Olympischen Spielen in Paris als Achter enttäuscht, nachdem er zuvor über 800 und 1500 Meter Freistil im Becken bereits im Vorlauf gescheitert war. Diesmal qualifizierte sich der Magdeburger gar nicht für die Beckenrennen. Nach einer schwierigen Saison mit mehreren Krankheitspausen hatte er vor der EM die Erwartungen bewusst niedrig gehalten: "Richtung europäische Spitze fehlt da momentan einiges", sagte er. Umso größer war nun die Freude über den Titelgewinn.
Wellbrock, der im vergangenen Jahr bei der WM in Singapur alle vier Freiwasser-Titel gewann, startet in Paris außerdem über fünf Kilometer, im Knockout-Sprint und in der Staffel. Auch Klemet ist in diesen Wettbewerben am Start.
Blick nach Los Angeles 2028
Während Klemet und die anderen deutschen Athleten in der kommenden Woche im Centre Aquatique Olympique am Stade de France um weitere Medaillen kämpfen, reist Wellbrock zu den Pan Pacifics nach Long Beach in Kalifornien. Dort will er bereits die Bedingungen für die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles testen und wichtige Erfahrungen sammeln.
Die EM-Titelverteidigung ist für Wellbrock ein wichtiges Signal, auch wenn die Saison zuvor von Rückschlägen geprägt war. Mit dem Erfolg in Paris hat er eindrucksvoll bewiesen, dass er weiterhin zur Weltspitze im Freiwasserschwimmen gehört.



