Florian Wellbrock (28) hat seine beeindruckende Erfolgsserie bei den Europameisterschaften in Paris fortgesetzt. Einen Tag nach seinem Triumph über die olympische Distanz sicherte sich der deutsche Freiwasserschwimmer auch über fünf Kilometer die Goldmedaille. Damit gewann der Olympiasieger von 2021 innerhalb von nur 24 Stunden seinen zweiten EM-Titel in der Seine.
Wellbrock dominiert das Rennen von Beginn an
Wie schon im Rennen über zehn Kilometer verwies Wellbrock den Ungarn David Bethlehem auf den zweiten Platz. Bronze ging an den Italiener Gregorio Paltrinieri. Oliver Klemet, der am Dienstag noch Rang drei belegt hatte, musste sich diesmal mit dem zehnten Platz zufriedengeben. Damit gewann Wellbrock bereits seine fünfte Medaille bei Europameisterschaften im Freiwasser. Der gebürtige Bremer, der in Magdeburg unter Bundestrainer Bernd Berkhahn trainiert, zählt mit vier Weltmeistertiteln zu den erfolgreichsten Athleten seiner Disziplin.
Dabei war im Vorfeld lange unklar gewesen, in welcher Verfassung sich Wellbrock präsentieren würde. Im Verlauf der Saison war er gleich dreimal wegen Krankheiten ausgebremst worden. Umso beeindruckender fiel sein Auftritt in der Seine aus. Wie schon am Vortag übernahm Wellbrock früh die Führung und bestimmte von Beginn an das Tempo. Mit immer neuen Tempowechseln setzte er die Konkurrenz unter Druck und kontrollierte das Rennen.
Attacke von Bethlehem abgewehrt
Als Konkurrent Bethlehem auf der Schlussrunde noch einmal angriff, wehrte Wellbrock die Attacke scheinbar mühelos ab – und machte damit seinen zweiten EM-Titel in Paris perfekt. Damit feiert Wellbrock in der Seine in Paris seinen zweiten EM-Titel im Freiwasser – und schließt damit wohl endgültig Frieden mit der Seine. Denn dort hatte er die Podestplätze bei Olympia 2024 deutlich verpasst. Für Wellbrock waren die Spiele eine der größten Enttäuschungen seiner Karriere. Denn der Olympiasieger von Tokio (10 km Freiwasser) reiste als Medaillenkandidat an. Am Ende verließ er Paris aber ohne eine einzige Medaille.
Mit dem Sieg über fünf Kilometer untermauert Wellbrock seinen Status als einer der besten Freiwasserschwimmer der Welt. Die Konkurrenz war erneut stark, doch Wellbrock präsentierte sich in bestechender Form. Seine taktische Reife und seine physische Stärke waren an diesem Tag nicht zu schlagen. Die deutschen Fans dürfen sich bereits auf weitere Rennen von Wellbrock freuen, der in Paris nach zwei Goldmedaillen in zwei Tagen eine perfekte Bilanz vorweist.



