Packers entlassen deutschen Kicker Lenny Krieg nach 48 Stunden
Packers entlassen Kicker Krieg nach 48 Stunden

Die Green Bay Packers haben den deutschen Kicker Lenny Krieg nach nur 48 Stunden und zwei Trainingseinheiten wieder entlassen. Der 23-jährige Berliner hatte am 28. Juli 2026 einen Vertrag bei den Packers unterschrieben, um im Trainingslager mit Rookie Trey Smack um den Kicker-Platz zu kämpfen. Doch bereits nach zwei Tagen trennte sich das Franchise aus Wisconsin wieder von Krieg, wie die Packers am Freitag mitteilten. Die Verantwortlichen benötigten den freien Kaderplatz für die Verpflichtung von Long Snapper Cal Adomitis sowie Wide Receiver Kaden Prather.

Für Lenny Krieg bedeutet das das vorzeitige Aus im Trainingslager: Er kam in Green Bay zu keinem einzigen Einsatz. Damit setzt sich eine Reihe von Enttäuschungen fort, die der gebürtige Berliner seit seinem Einstieg in die NFL erlebt. Über das International Player Pathway Program (IPP) hatte sich der Kicker für die amerikanische Profiliga qualifiziert und Anfang 2025 einen Dreijahresvertrag bei den Atlanta Falcons unterschrieben.

Dritter Club, dritte Entlassung

Bei den Falcons stand Krieg in der Saison 2025 jedoch nie auf dem Feld. Nach Saisonende gaben die Falcons ihn an die New York Jets weiter. Auch dort kam der Kicker zu keinem Einsatz – und wurde Anfang Juni ohne Spielpraxis entlassen. Am 28. Juli nahmen die Packers den Berliner schließlich unter Vertrag, doch auch dieses Engagement endete abrupt: Nach nur zwei Trainingseinheiten zogen die Packers die Reißleine und machten den Platz für zwei andere Spieler wieder frei.

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Die Entscheidung von Green Bay zeigt, wie schnell Kaderpositionen in der NFL wechseln können. Insbesondere im Trainingslager werden Umstellungen häufig vorgenommen, um Spezialisten für bestimmte Aufgaben zu verpflichten. Für Krieg bleibt jedoch die Frage, ob er sich bei den Coaches nicht besser präsentieren konnte. Offiziell nannten die Packers als Grund für die Entlassung einzig die Kaderergänzung auf Long Snapper- und Wide Receiver-Position.

Perfekte Trefferquote beim NFL Combine

Dass Lenny Krieg das Talent für die NFL durchaus hat, bewies er Anfang 2025 beim NFL Combine. In Indianapolis verwandelte er alle 14 Field-Goal-Versuche – als einziger der zwölf getesteten Kicker. Diese 100-prozentige Quote sorgte für Aufsehen und öffnete ihm die Tür zur NFL. Zu seiner starken Leistung sagte Krieg damals: „Es war viel besser, als ich es mir vorgestellt habe. Wichtig war, dass ich mich nicht vom ganzen Drumherum mit den vielen Teams, Coaches, Scouts und Kamerateams beeindrucken ließ und versucht habe, komplett bei mir zu bleiben.“

Nur einen Monat später unterschrieb er bei den Atlanta Falcons. Trotz der vielversprechenden Vorstellung wurde Krieg in der NFL bislang nie eingesetzt. Weder in Atlanta noch in New York oder Green Bay bestritt er ein einziges Spiel in der Regular Season oder auch nur eine Partie als Vorbereitung.

Von den Berliner Adlern in die NFL

Seine Karriere begann der Kicker in der German Football League (GFL) bei den Berliner Adlern. Bereits 2020 wurde er dort zum Rookie des Jahres gewählt. Zur Saison 2023 wechselte er zu den Stuttgart Surge in die Europäische Football-Liga (EFL). Bei den Stuttgart Surge konnte er sich weiterempfehlen, bevor er über das IPP-Programm den Sprung zum NFL Combine schaffte. Der Weg aus der heimischen Liga bis an die Schwelle zum wichtigsten American-Football-Wettbewerb der Welt ist beachtlich – und zeigt, dass es auch für europäische Kicker möglich ist, in der NFL Fuß zu fassen.

Für Lenny Krieg stellt sich nun die Frage nach der Zukunft. Der 23-Jährige besitzt einen Vertrag – allerdings nicht mehr bei den Packers. Die Entlassung bedeutet, dass er wieder als Free Agent gilt. Möglich wäre eine Rückkehr in die EFL oder der GFL, ebenso ein fortwährendes Training in den USA, um auf eine weitere Chance in der NFL zu hoffen. Viele Kicker haben in der Vergangenheit über Practice Squads, also Übungskader, den Sprung in den aktiven Kader geschafft. Ob ein NFL-Team Krieg diese Gelegenheit geben wird, ist derzeit ungewiss.

Fest steht: Lenny Krieg hat bewiesen, dass er über eine hohe Trefferquote verfügt. Diese Fähigkeit wird auch in der NFL nachgefragt. Es könnte daher nur eine Frage der Zeit sein, bis der Berliner eine weitere Gelegenheit erhält – auch wenn die aktuelle Saisonvorbereitung für ihn bereits nach 48 Stunden beendet war.

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