Matteo Berrettini (30) konnte seine Tränen nicht zurückhalten. Das dramatische Ende des letzten Viertelfinals bei den French Open in Paris besiegelte sein Schicksal: Beim Stand von 5:7, 2:5 gegen seinen italienischen Landsmann Matteo Arnaldi (25) musste der ehemalige Wimbledon-Finalist aufgeben. Auf der Bank sitzend, war er körperlich am Ende – die linke Hüfte machte ihm zu schaffen. Am Freitag stehen sich im Halbfinale nun zwei Italiener gegenüber: Arnaldi trifft auf Flavio Cobolli (24). Das andere Halbfinale bestreiten Alexander Zverev (29) und der Tscheche Jakub Mensik (20).
Emotionale Worte nach dem Match
„Er hat so ein tolles Turnier gespielt, so willst du es dann nicht beenden. Es tut mir so leid für ihn. Ich hoffe, er erholt sich schnell“, sagte Arnaldi in Richtung Berrettini. Nach zwei Stunden und gut zwei Sätzen war das Match beendet. Berrettini erklärte: „Mitte des ersten Satzes spürte ich beim Aufschlag plötzlich etwas, aber ich spielte einfach weiter. Doch je länger ich spielte, desto schlechter fühlte ich mich. Ich nahm eine medizinische Auszeit, und man teilte mir mit, dass die Hüfte stark gereizt sei und daher große Schmerzen verursache. Ich versuchte es zwar noch einmal, doch die Schmerzen wurden zu stark.“
Keine andere Wahl als Aufgabe
Für Berrettini gab es nur eine Option: „Hätte ich weitergespielt, wäre der Schaden weitaus größer gewesen. Leider blieb mir keine andere Wahl, als aufzugeben.“ Dabei begann das Match ungeheuer spannend und hochklassig. Die einzelnen Spiele dauerten teilweise eine Viertelstunde. Das entscheidende Break gelang Arnaldi, der Nummer 104 der Welt. Nach dem 7:5 startete er auch mit einem Break in den zweiten Satz, war 2:0 vorn und dominierte gegen einen immer schwächer werdenden Berrettini, der nach vielen Verletzungen bis auf Position 105 zurückgefallen ist.
Sensationelle French Open für beide
Beide Italiener zeigten aus ihrer Sicht sensationelle French Open. Jenseits der Top 100 hatte wohl niemand mit ihnen im Viertelfinale gerechnet. Arnaldi sagte: „Ich bin müde, aber ich trainiere, um solche Events, solche Matches zu spielen. Heute war ich müder als sonst. Aber ich habe es genossen zu spielen. Bis vor den French Open war ich verletzt und jetzt stehe ich hier. Ich kann es nicht glauben. Daran war vor einem Monat noch nicht zu denken.“
Berrettinis Seelenleben und Comeback
Berrettini gab schon früh im Turnier einen Einblick in sein Seelenleben. „Ich bin so stolz auf meine Karriere und darauf, was ich erreicht habe. Wer mich schon seit meiner Kindheit kennt, weiß, dass ich mich im Grunde schon verletze, seit ich zwölf bin. Es ist gewissermaßen ein Teil von mir. Aber: Je härter es wird, desto präsenter bin ich. Ich glaube, ich bin einfach ein kleines bisschen verrückt.“ Das hat der Wimbledon-Finalist von 2021 in Paris eindrucksvoll gezeigt. Fünf Jahre spielte er nicht mehr in Paris, und nun dieses überwältigende Comeback, das so dramatisch endet.



