Apple hat im abgelaufenen Quartal überraschend starke Zahlen vorgelegt. Der Konzernumsatz stieg um 16,4 Prozent auf 109,42 Milliarden Dollar – ein Rekord für ein Juni-Quartal. Doch die Aktie gab nachbörslich um acht Prozent nach, weil der Ausblick für das September-Quartal die Analystenerwartungen verfehlte.
Rekordzahlen im Juni-Quartal
Der US-Technologiekonzern Apple erzielte im dritten Fiskalquartal (bis Ende Juni) einen Umsatz von 109,42 Milliarden Dollar, ein Plus von 16,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Finanzchef Kevan Parekh zeigte sich erfreut: „Wir sind sehr zufrieden mit der Geschäftsentwicklung. Wir haben sowohl beim Gewinn pro Aktie als auch beim operativen Cash Flow neue Rekorde für ein Juni-Quartal aufgestellt. Auch die Zahl der aktiven Geräte erreichte über alle wichtigen Produktkategorien und Regionen hinweg neue Höchststände.“ Der Gewinn pro Aktie stieg auf 2,10 Dollar, ebenfalls ein Rekordwert für das Frühjahrsquartal.
iPhone und MacBook treiben das Wachstum
Besonders stark entwickelte sich das iPhone-Geschäft. Die Erlöse aus dem Verkauf der Smartphones legten um knapp 22 Prozent auf 54,25 Milliarden Dollar zu – ein Rekord für ein Quartal, in dem traditionell die Nachfrage schwächelt, da viele Verbraucher die Vorstellung der neuen iPhone-Generation im September abwarten. Auch die MacBook-Sparte verzeichnete ein deutliches Plus: Der Umsatz stieg um fast 29 Prozent auf 10,35 Milliarden Dollar. Analysten führen das Wachstum auf einen verstärkten Ersatzbedarf zurück: Aufgrund drohender Preissteigerungen und Lieferengpässen hätten viele Kunden ihre Geräte vorgezogen ersetzt.
Lieferengpässe trüben den Ausblick
Trotz der starken Zahlen reagierten die Märkte enttäuscht. Grund ist die Umsatzprognose für das laufende September-Quartal: Apple erwartet ein Wachstum von neun bis elf Prozent im Vergleich zum Vorjahr, was einem Umsatz von rund 113 Milliarden Dollar entspricht. Dies liegt unter den durchschnittlichen Analystenschätzungen von etwa 116 Milliarden Dollar. Das Unternehmen begründete die vorsichtige Prognose mit anhaltenden Lieferkettenengpässen, die die Produktion und Auslieferung insbesondere von iPhones und MacBooks beeinträchtigen könnten. „Wir sehen weiterhin Herausforderungen in der Lieferkette, die sich auf das laufende Quartal auswirken werden“, sagte ein Sprecher.
Marktreaktion und Analysteneinschätzungen
Im nachbörslichen Handel an der US-Technologiebörse Nasdaq fiel die Apple-Aktie um rund acht Prozent auf 230,50 Dollar. Damit verlor der Konzern zeitweise rund 150 Milliarden Dollar an Marktkapitalisierung. Analysten zeigten sich gespalten: Während einige die Rekordzahlen lobten, warnten andere vor den Risiken der Lieferengpässe. „Apple hat im Juni-Quartal eindrucksvoll gezeigt, dass die Nachfrage robust ist. Die Frage ist, ob das Unternehmen die Produktion ausreichend hochfahren kann, um die Bestellungen zu erfüllen“, kommentierte ein Analyst der Citigroup. Die Aktie hatte im Vorfeld der Zahlen von der starken Nachfrage profitiert und war in den vergangenen sechs Monaten um rund 15 Prozent gestiegen.



