„Unsere kleine Farm“: Netflix-Reboot mit neuem Blick auf den Wilden Westen
Netflix-Reboot von „Unsere kleine Farm“ startet

Der Streaming-Riese Netflix hat die Neuauflage der Kultserie „Unsere kleine Farm“ veröffentlicht. Ab sofort stehen alle acht Episoden der ersten Staffel zum Abruf bereit. Eine zweite Staffel wurde bereits vor dem Start am 9. Juli offiziell bestätigt.

Neue Gesichter, neue Perspektive

In den Hauptrollen sind Luke Bracey als Charles Ingalls und Alice Halsey als Laura zu sehen. Die Geschichte orientiert sich enger an den halb-autobiografischen Romanen von Laura Ingalls Wilder (1867-1957) und folgt den Pionieren auf ihrer Farm in Kansas. Anders als die Serie aus den 1970er Jahren, die von 1974 bis 1983 mit rund 200 Folgen lief, geht es nicht mehr um abgeschlossene Episoden mit moralischen Konflikten, die nach 45 Minuten gelöst sind.

Das Netflix-Reboot kommt dunkler und vielschichtiger daher. Es thematisiert die Widersprüche der Vorlage, etwa die problematische Darstellung der indigenen Bevölkerung, die aus heutiger Sicht als rassistisch gelten kann. „Die Serie sei teils optimistisches Familiendrama, teils dramatische Überlebensgeschichte und teils Einblick in die Ursprünge des US-amerikanischen Westens“, beschreibt Netflix das Konzept. Sie biete „einen kaleidoskopischen Blick auf die Probleme und Erfolge der Menschen, die das Grenzland prägten“.

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Kultstatus und deutsche Fernsehgeschichte

Die ursprüngliche Serie „Little House on the Prairie“ kam vor 50 Jahren – 1976 – nach Deutschland. Sie wurde zunächst sonntagnachmittags in der ARD ausgestrahlt. Ende der 1980er Jahre wiederholte Sat.1 die Serie, später folgten Ausstrahlungen bei ProSieben, Kabel eins und anderen Sendern. Für viele Kinder der 1970er und 1980er Jahre waren die Elternfiguren „Ma“ und „Pa“ – Caroline und Charles Ingalls, gespielt von Karen Grassle (heute 84) und Michael Landon (1936-1991) – das Idealbild einer Familie.

Die Buchreihe und die Serien drehen sich um eine Familie im 19. Jahrhundert in Nordamerika, die ihren Hof bewirtschaftet. Wirtschaftliche Schwierigkeiten und Schicksalsschläge prägen das Leben, doch die Familie hält zusammen. „Solange die Familie zusammenhält, sind alle auf der sicheren Seite“, lautet die Botschaft.

Ein moderner Blick auf den Wilden Westen

Das Netflix-Reboot als reines „Trump-Fernsehen“ abzutun – also als positive Pioniererzählung über weiße Siedler – wäre nach Ansicht von Kritikern zu kurz gegriffen. Die Serie reflektiert auch die Widersprüche der Zeit und zeigt die Schattenseiten der Besiedlung des Westens. Damit unterscheidet sie sich deutlich von der optimistischen Version der 1970er Jahre.

Die erste Staffel umfasst acht Episoden, die alle gleichzeitig auf Netflix erschienen sind. Die Serie ist eine Produktion von Netflix und wurde weltweit veröffentlicht.

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