Ubisoft hat mit „Assassin’s Creed Black Flag Resynced“ eine Neuauflage des beliebten Piratenabenteuers veröffentlicht, das ursprünglich 2013 erschien. Der Test des Spiels zeigt, dass die Grafik auf den neuesten Stand gebracht wurde, die Spielmechanik jedoch weitgehend unverändert blieb. Während die Karibik in beeindruckender Optik erstrahlt, kämpft das Remake mit einigen technischen Mängeln und einer veralteten Open-World-Struktur.
Grafik und Atmosphäre: Ein visuelles Upgrade
Die Grafik von „Black Flag Resynced“ gehört zu den größten Stärken des Remakes. Die türkisblaue See, dichte Dschungel und beeindruckende Wasserfälle schaffen eine Atmosphäre, die an einen Traumurlaub erinnert. Die offene Welt wirkt lebendiger als im Original, mit zusätzlichen Details wie Tieren, die am Strand entlanglaufen, oder einem dynamischen Tag-Nacht-Wechsel. Allerdings gibt es auch Schwächen: Manche Gesichtsanimationen wirken veraltet, und Clipping-Fehler trüben gelegentlich das Bild. Zudem sorgt das dynamische Wetter oft für zu viel Regen, besonders in Städten wie Havanna oder Kingston, was die Stimmung beeinträchtigt.
Spielmechanik: Vertrautes Gameplay mit kleinen Anpassungen
Die grundlegende Spielstruktur hat sich kaum verändert. Die Karte ist weiterhin mit Hunderten Symbolen übersät, die durch Erkundung oder Synchronisation auf Gebäuden freigeschaltet werden. Die Hauptmissionen wurden weitgehend 1:1 übernommen, allerdings wurden die damals kritisierten Beschattungsmissionen entschärft: Wird der Spieler entdeckt, kann er die Verfolger einfach umboxen und die Mission auf alternative Weise beenden. Diese größere Freiheit ist eine willkommene Neuerung. Zudem wurde ein Schleichen-Mechanismus eingeführt, der es erlaubt, jederzeit in die Hocke zu gehen und Feinde aus dem Hinterhalt zu attackieren. Die KI der Gegner ist jedoch inkonsistent – mal reagieren sie nicht auf getötete Kameraden, mal entdecken sie den Spieler durch Hindernisse hindurch.
Schwierigkeitsgrad und Seeschlachten
Auf dem normalen Schwierigkeitsgrad ist das Spiel überraschend einfach. Kämpfe an Land lassen sich durch aneinandergereihte Takedowns schnell erledigen, was eher an ein Quick-Time-Event erinnert. Die Seeschlachten hingegen bleiben fordernd und bieten eine gelungene Mischung aus Arcade-Spaß und taktischer Tiefe. Selbst mit einem aufgerüsteten Schiff, der Jackdaw, erfordern spätere Gefechte gegen Kriegsschiffe eine durchdachte Strategie.
Geschichte und Charaktere: Zeitlose Stärken
Die Handlung von „Black Flag Resynced“ ist unverändert und bleibt eine der größten Stärken des Spiels. Die Geschichte von Edward Kenway, der als Pirat nach Reichtum strebt und dabei in den Konflikt zwischen Templern und Assassinen gerät, überzeugt durch ihren charakterlichen Wandel. Die Begegnungen mit historischen Figuren wie Blackbeard oder Anne Bonny sind hervorragend synchronisiert. Drei neue Charaktere – Lucy Baldwin, der Padre und der Deadman – können optional für die Jackdaw rekrutiert werden und bieten eigene Questreihen, die am Ende spezielle Schiffsfertigkeiten freischalten. Eine neue Endgame-Mission fügt sich jedoch nicht nahtlos in den Handlungsverlauf ein, da sie zu einem Zeitpunkt stattfindet, an dem Edward bereits eine deutliche Entwicklung durchlaufen hat.
Fazit: Ein solides Remake mit verpassten Chancen
„Assassin’s Creed Black Flag Resynced“ ist ein gelungenes Remake für Fans des Originals und Neueinsteiger. Die verbesserte Grafik und die kleinen spielerischen Anpassungen machen die Karibik zu einem visuellen Erlebnis. Allerdings fehlt Ubisoft der Mut zu tiefgreifenden Veränderungen, sodass das Spiel in seiner Struktur und vielen Mechaniken veraltet wirkt. Wer mit dem Original bereits nichts anfangen konnte, wird auch durch die Neuauflage nicht überzeugt. Für alle anderen bietet „Black Flag Resynced“ jedoch ein unterhaltsames Piratenabenteuer mit ikonischen Seemannsliedern und einer fesselnden Geschichte.



