Drohne mit Sprengstoff nahe ukrainischem Flugzeug legt Flugverkehr in Leipzig/Halle lahm
Drohne mit Sprengstoff nahe ukrainischem Flugzeug in Leipzig/Halle

Eine mit Sprengstoff und Zünder bestückte Drohne ist am Flughafen Leipzig/Halle in der Nähe eines ukrainischen Transportflugzeugs entdeckt worden. Der Vorfall ereignete sich kurz vor Mitternacht und führte zu einer vorübergehenden Einstellung des Flugverkehrs. Nach Informationen aus Sicherheitskreisen war an der Drohne eine zerstörerische Ladung befestigt, wie ein Nato-Sprecher bestätigte. Die Polizei hat das Fluggerät sichergestellt und mit einem Röntgengerät untersucht.

Ablauf und Sicherheitsmaßnahmen

Die Drohne wurde nahe einer ukrainischen Antonow-Transportmaschine bemerkt. Daraufhin waren Bundespolizei und ein Sprengstoffroboter im Einsatz. Die Drohne wurde gesichert und untersucht, wobei ein Röntgengerät zum Einsatz kam. Nach Angaben der sächsischen Landespolizei wurden eine Passagiermaschine sowie mehrere Frachtflieger auf andere Flughäfen umgeleitet.

Der Flugverkehr wurde um 01.55 Uhr wieder aufgenommen und läuft seitdem vollständig über die Nordpiste des Flughafens. Die Südpiste bleibt gesperrt, da dort nach Spuren gesucht wird. Ein Polizeisprecher betonte: „Eine Gefahr für die Bevölkerung besteht nicht.“

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Umleitungen und Auswirkungen

Bei der umgeleiteten Passagiermaschine handelte es sich um einen verspäteten Flug aus Palma de Mallorca, der nach Nürnberg umgeleitet wurde. Die genauen Auswirkungen auf weitere Flüge sind noch unklar, aber der Flugbetrieb wurde weitgehend wieder aufgenommen.

Zunehmende Drohnenvorfälle an deutschen Flughäfen

Dieser Vorfall reiht sich ein in eine wachsende Zahl von Drohnensichtungen an deutschen Flughäfen, die zu erheblichen Kosten führen. Laut einer Analyse des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) wurden im vergangenen Jahr 226 Drohnenvorfälle gemeldet. Davon führten 116 zu Voll- und Teilsperrungen an 25 Flughäfen. Die direkten Kosten für den Luftverkehr beliefen sich auf geschätzt 60 Millionen Euro. Berücksichtigt man Folgekosten aus Verzögerungen, gestörten Umläufen und Flugannullierungen, steigt der Schaden auf bis zu 160 Millionen Euro.

Reaktionen und Sicherheitslage

Die Sicherheitsbehörden reagieren auf solche Vorfälle mit erhöhter Wachsamkeit. Der Einsatz von Sprengstoffrobotern und Röntgengeräten ist Teil der Standardprozeduren, um mögliche Gefahren zu neutralisieren. Die Behörden arbeiten eng zusammen, um die Sicherheit im Luftverkehr zu gewährleisten.

Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen und sucht nach Zeugen oder Hinweisen, die zur Identifizierung des Drohnenpiloten führen könnten. Bislang gibt es keine Erkenntnisse über die Hintergründe des Vorfalls. Die Drohne wurde sichergestellt und wird nun kriminaltechnisch untersucht.

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