Die Berliner Datenschutzbeauftragte hat eine Liste der kuriosesten Datenschutzpannen der Hauptstadt veröffentlicht. Darunter: Ein Friseur, der Kundenfotos ohne Einwilligung veröffentlichte, und ein Streit um Prüfungsnoten in einer Klausur. Der Internationale Congress Center (ICC) soll künftig ein Hotspot für Kunst und Kultur werden. Die Neuköllner SPD-Stadträtin kassiert eine disziplinarische Missbilligung. Und die Finanzverwaltung tritt bei der WM ohne Chef an.
Friseur-Kritik und Klausurstreit: Skurrile Datenschutzpannen
Die Berliner Datenschutzbeauftragte Maja Smoltczyk hat in ihrem aktuellen Tätigkeitsbericht mehrere kuriose Fälle aufgelistet. So beschwerte sich ein Kunde bei einem Friseursalon, weil dieser ohne seine Einwilligung Fotos von ihm in den sozialen Medien veröffentlichte. Der Friseur argumentierte, die Fotos seien „künstlerisch wertvoll“. Smoltczyk stellte klar: „Auch künstlerische Fotos benötigen eine Einwilligung der abgebildeten Person.“
Ein weiterer Fall betraf eine Universität, bei der ein Student Einsicht in seine Klausur verlangte. Die Hochschule verweigerte dies mit Verweis auf den Datenschutz. Smoltczyk erklärte, dass Prüfungsleistungen personenbezogene Daten seien und der Student ein Recht auf Auskunft habe. „Datenschutz dient nicht dazu, berechtigte Interessen zu blockieren“, so Smoltczyk.
ICC soll Hotspot für Kunst und Kultur werden
Der Berliner Senat plant, das Internationale Congress Center (ICC) zu einem Zentrum für Kunst und Kultur umzubauen. Das teilte die Senatsverwaltung für Kultur mit. Das ICC, das seit 2014 geschlossen ist, soll künftig Ausstellungen, Konzerte und Performances beherbergen. Die Kosten werden auf rund 200 Millionen Euro geschätzt. Kultursenator Klaus Lederer (Linke) sagte: „Das ICC wird ein Leuchtturmprojekt für die Berliner Kulturszene.“
Neuköllner SPD-Stadträtin kassiert disziplinarische Missbilligung
Die Neuköllner SPD-Stadträtin für Stadtentwicklung, Jutta Kaddoura, hat eine disziplinarische Missbilligung erhalten. Grund sind Unregelmäßigkeiten bei der Vergabe von Bauprojekten. Der Bezirksbürgermeister Martin Hikel (SPD) bestätigte: „Die Missbilligung ist eine formelle Rüge, aber keine Entlassung.“ Kaddoura selbst zeigte sich einsichtig: „Ich akzeptiere die Entscheidung und werde meine Arbeitsweise anpassen.“
Finanzverwaltung tippt bei der WM ohne Chef
Die Berliner Finanzverwaltung nimmt an der inoffiziellen Tipprunde zur Fußball-Weltmeisterschaft teil – allerdings ohne ihren Chef, Finanzsenator Daniel Wesener (Grüne). „Er hat kein Interesse an Fußball“, sagte ein Sprecher. Die Abteilung tippt unter sich. „Das ist ein Teamevent, da muss der Chef nicht mitmachen“, scherzte ein Mitarbeiter.



