Notstand in Venezuela nach zwei schweren Erdbeben
In Venezuela ist der Notstand ausgerufen worden, nachdem zwei schwere Erdbeben der Stärke 7,2 und 7,5 das Land erschüttert haben. Besonders betroffen sind die Hauptstadt Caracas und die Stadt Maracay. Bewohner berichten von schweren Schäden, eingestürzten Gebäuden und großer Angst. Die Beben ereigneten sich am 25. Juni 2026 und hinterließen eine Spur der Verwüstung.
Augenzeugenberichte aus Caracas: „Hatte noch nie so viel Angst“
Eine 57-jährige Bewohnerin aus dem Osten von Caracas, das rund 200 Kilometer vom Epizentrum entfernt liegt, schilderte der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ihre Erlebnisse: „Ich habe noch nie in meinem Leben so viel Angst gehabt, es war fürchterlich.“ Sie berichtete, dass in ihrer Nähe zwei Hochhäuser eingestürzt seien und am Nachbargebäude Wände fehlten. Ihr eigenes Hochhaus sei weitgehend verschont geblieben, doch in ihrer Wohnung seien Möbel umgestürzt und Bilder von den Wänden gefallen. Alles sei voller Scherben gewesen.
Die Erschütterungen seien so stark gewesen, dass sie und ihr Mann zunächst nicht aus dem Zimmer gekommen seien. Zusammen mit Nachbarn seien sie schließlich auf die Straße gerannt. Zwei Anwohner hätten aus einem Aufzug befreit werden müssen. Nach den Beben sei stundenlang der Strom ausgefallen, auch das Mobilfunknetz habe nicht funktioniert.
Erschütterungen in Maracay: Auto bewegte sich wie ein Blatt Papier
Ein Bewohner aus der Nähe von Maracay, das rund 100 Kilometer vom Epizentrum entfernt ist, erzählte der dpa von heftigen Erschütterungen: „Ich saß im Auto und der Wagen hat sich hin und her bewegt, als handele es sich um ein Blatt Papier.“ Mindestens zwei Häuser in der Umgebung seien eingestürzt, darunter ein relativ neues Gebäude. „Ich habe schon Erdbeben erlebt, aber noch keins wie dieses“, ergänzte der Mann. „Es war schlimm, wirklich schlimm.“ Er fühlte sich an das schwere Erdbeben von 1967 erinnert, bei dem in Venezuela mehr als 200 Menschen ums Leben gekommen waren.
Soziale Medien zeigen Ausmaß der Zerstörung
In den sozialen Netzwerken kursieren zahlreiche Videos und Bilder, die das Ausmaß der Naturkatastrophe sichtbar machen. Ein besonders dramatisches Video zeigt das vollständig eingestürzte Hotel Eduard’s in La Guaira. Der Kurznachrichtendienst X (ehemals Twitter) verbreitete die Aufnahme mit dem Hinweis: „BREAKING: Hotel Eduard’s building in La Guaira completely collapsed after Venezuela earthquake.“ Die Bilder zeigen Trümmerhaufen und eingestürzte Gebäude in mehreren Städten.
Internationale Hilfe und Reaktionen
Die venezolanische Regierung hat den Notstand ausgerufen und internationale Hilfe angefordert. US-Präsident Donald Trump bot Unterstützung an und sprach von einer „verheerenden“ Opferzahl, ohne jedoch konkrete Zahlen zu nennen. Die genauen Opferzahlen sind derzeit noch unklar. Die Behörden warnen vor möglichen Nachbeben und rufen die Bevölkerung zur Vorsicht auf. In den betroffenen Gebieten laufen Rettungs- und Bergungsarbeiten, während viele Menschen obdachlos geworden sind.
Erdbebenrisiko in Venezuela und historische Vergleiche
Venezuela liegt in einer seismisch aktiven Zone. Das Erdbeben von 1967 in Caracas forderte über 200 Todesopfer und gilt als eines der schwersten in der Geschichte des Landes. Die aktuellen Beben könnten noch verheerendere Auswirkungen haben, da sie in dichter besiedelten Gebieten stattfanden. Experten warnen, dass die Zahl der Toten und Verletzten in den kommenden Tagen noch steigen könnte. Die Regierung hat die Armee mobilisiert, um bei den Rettungsarbeiten zu helfen.



