Batteriecheck: 94 Prozent der getesteten E-Autos über 90 Prozent
Batteriecheck: 94 Prozent über 90 Prozent

Das schwedische Auto-Handelsportal Carla hat zwischen 2022 und 2026 insgesamt 9.953 Batterietests an Elektroautos auf dem heimischen Gebrauchtwagenmarkt durchgeführt. Die Auswertung dieser gewaltigen Datenmenge zeichnet ein überraschend positives Bild: Die meisten Akkus sind auch nach Jahren noch erstaunlich fit. Die oft befürchtete rapide Alterung der Batterien bleibt offenbar die Ausnahme, nicht die Regel.

Die Ergebnisse im Überblick

Mehr als die Hälfte aller getesteten Fahrzeuge – genau 5.189 Autos – verfügte noch über mindestens 95 Prozent der ursprünglichen Batteriekapazität. Bei 94 Prozent der Fahrzeuge lag der sogenannte State of Health (SoH), also der Gesundheitszustand der Batterie, bei 90 Prozent oder höher. Damit sind die meisten E-Autos noch weit entfernt von einem Garantiefall, der bei den meisten Herstellern erst unter einer Restkapazität von 70 Prozent eintritt.

Die genaue Verteilung der Testergebnisse:

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  • 95 bis 100 Prozent: 5.189 Autos
  • 90 bis 95 Prozent: 4.194 Autos
  • 85 bis 90 Prozent: 531 Autos
  • 80 bis 85 Prozent: 26 Autos
  • Unter 80 Prozent: 13 Autos

Lediglich 13 E-Autos fielen unter die 80-Prozent-Marke. Laut Carla entspricht das ungefähr einem von tausend getesteten Fahrzeugen. Die Sorge vor einem vorzeitigen Akku-Tod ist damit für die überwiegende Mehrheit der Gebrauchtwagen unbegründet.

Auch bei hohen Laufleistungen noch stabil

Die durchschnittliche Laufleistung der getesteten Autos lag bei 5.046 schwedischen Meilen („mil“), was umgerechnet 50.460 Kilometern entspricht. Es wurden also vorwiegend Fahrzeuge jüngeren und mittleren Alters untersucht. Doch gerade bei den Fahrzeugen mit hoher Laufleistung zeigte sich ein bemerkenswerter Trend: Nach mehr als 100.000 Kilometern hatten die getesteten Autos laut Carla im Durchschnitt immer noch über 92 Prozent Batterie-Restkapazität. Das deutet darauf hin, dass die Batteriealterung mit zunehmender Kilometerleistung nicht dramatisch beschleunigt, sondern weitgehend linear verläuft.

Moderne Technik schützt den Akku

Der häufig gezogene Vergleich mit Handy-Batterien, die nach ein paar Jahren deutlich schwächeln, hinkt bei Elektroautos aus mehreren Gründen. Die Hersteller setzen auf ausgeklügelte Temperaturregelungs- und Batteriemanagementsysteme, die den Akku während der Fahrt und in Ladepausen kontinuierlich überwachen und bestmöglich schonen. Zudem verwenden sie „Puffer“ in der Batterie, die verhindern, dass die Kapazität jemals vollständig ausgenutzt wird. Aus diesem Grund geben viele Hersteller für ihre Fahrbatterien eine Netto-Kapazität an, die unter der physikalischen Brutto-Kapazität liegt.

So wurde getestet

Für die Batterietests nutzte Carla die Technik des österreichischen Anbieters Aviloo Diagnostics, der seit 2018 als Pionier auf diesem Gebiet gilt. Aviloo bietet zwei verschiedene Testverfahren an: Der „Flash-Test“ dauert nur wenige Minuten, weist aber mit plus/minus drei Prozent eine höhere Abweichung vom realen Zustand auf. Der aufwendigere „Premium-Test“ verlangt, dass das Fahrzeug vollständig geladen und anschließend leergefahren wird – das liefert genauere Daten, kostet aber deutlich mehr Zeit. Welches Verfahren für die einzelnen Untersuchungen zum Einsatz kam, wurde nicht veröffentlicht.

Das Fazit von Carla fällt trotzdem eindeutig positiv aus. Die Studie zeige, „dass die überwiegende Mehrheit der auf dem Markt befindlichen Elektroautos auch nach mehrjähriger Nutzung noch über eine sehr hohe Batterieleistung verfügt.“ Dieses Ergebnis weckt nicht nur bei Besitzern, sondern auch bei potenziellen Käufern von Gebraucht-E-Autos Hoffnung.

Der ADAC bestätigt den Trend

Um die Ergebnisse einzuordnen, lohnt ein Blick auf eine Untersuchung des ADAC. Diese bezieht sich allerdings auf die Alterung der – im Regelfall höher strapazierten – Akkus von Plug-in-Hybriden. Die ADAC-Experten gehen davon aus, dass ein Akku bei einer Laufleistung von 100.000 Kilometern noch mindestens 88 Prozent seiner ursprünglichen Kapazität aufweisen sollte. In Carlas Test liegen die Elektroautos mit dieser Kilometerleistung im Durchschnitt bei über 92 Prozent – sie halten also deutlich länger, als von den ADAC-Experten als Minimum erwartet wird.

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Wer die Lebensdauer seines Akkus zusätzlich optimieren möchte, sollte auf ein sanftes Ladeverhalten achten: Häufiges Schnellladen bis 100 Prozent und Tiefentladungen vermeiden, idealerweise den Ladezustand zwischen 20 und 80 Prozent halten. Die Technik der Fahrzeuge leistet ihren Beitrag – aber auch der Fahrer hat es in der Hand.