Studie: Elektroautos werden günstiger – Ladeinfrastruktur wächst
Studie: E-Autos werden günstiger, Ladeinfrastruktur wächst

Elektroautos sind in den vergangenen fünf Jahren inflationsbereinigt um 18 Prozent günstiger geworden, während die Preise für Verbrenner im gleichen Zeitraum um 2 Prozent stiegen. Dies ergab eine Untersuchung des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung (ISI) und des International Council on Clean Transportation (ICCT). Die Forscher werteten mehr als 100.000 Einzelangaben aus einer ADAC-Datenbank aus.

Methodik: Äpfel mit Äpfeln vergleichen

Um einen fairen Vergleich zu ermöglichen, wurden nicht einfach Durchschnittspreise aller Fahrzeuge gebildet, da sich das Angebot an Elektroautos vor allem bei teureren Modellen ausgeweitet hat. „Der mittlere Preis ist dadurch gestiegen, es sind aber auch ganz andere Fahrzeuge“, erklärt Patrick Plötz, Professor am ISI. „Man würde also Kirschen mit Äpfeln vergleichen. Um das zu verhindern, haben wir versucht, gleiche oder vergleichbare Fahrzeuge über die Zeit zu betrachten.“ Mit dieser Herangehensweise ergaben sich für Elektroautos relativ stabile Listenpreise, für Verbrenner steigende.

Zukunft: E-Autos könnten bis 2030 gleich teuer sein

Patrick Plötz sieht weiteres Potenzial für eine Preisentwicklung zugunsten der Elektroautos: „Die gesunkenen Batteriepreise sind noch nicht vollständig weitergegeben worden. Außerdem sollten auch steigende Stückzahlen und der Druck auf die Hersteller durch CO2-Grenzwerte helfen.“ Rechne man die aktuelle Entwicklung weiter, dürften bis etwa 2030 Elektroautos in Europa gleich viel kosten wie vergleichbare Verbrenner. „Bei den Gesamtkosten pro Kilometer wären sie dann klar günstiger.“ Erfahrungen aus anderen Märkten zeigten, dass bei gleichen Preisen Elektroautos auf rund 50 Prozent Marktanteil kämen.

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Rabatte und reale Preise

Die Studie vergleicht Listenpreise, da echte Transaktionspreise in der notwendigen Breite nicht verfügbar sind. Große Verzerrungen sollten dadurch nicht entstanden sein, betonen die Autoren. Daten des Branchenexperten Ferdinand Dudenhöffer zur Entwicklung des Rabattniveaus bei Elektroautos zeigten in den vergangenen Jahren insgesamt einen Aufwärtstrend bei den Rabatten auf wichtige Stromer, was den Effekt zugunsten der Elektroautos verstärken würde.

Ladeinfrastruktur: Westeuropa gut abgedeckt

Der Ausbau der Ladeinfrastruktur für E-Autos geht nach Einschätzung der Umweltorganisation T&E (Transport & Environment) schnell voran. Westeuropa sei bereits gut abgedeckt, während verbleibende Lücken in Spanien und Osteuropa rasch geschlossen werden könnten. Die EU ist demnach auf Kurs, ihre selbst gesteckten Ziele zu erreichen. Dazu gehört seit dem vergangenen Jahr, dass auf den wichtigsten Autobahnen mindestens alle 60 Kilometer eine Ladesäule steht. Ab dem kommenden Jahr gibt es auch Ziele für weitere Straßen. Deutschland hat seine Ziele für das kommende Jahr T&E zufolge bereits erreicht und die für 2030 geforderte Abdeckung bereits zu 87 Prozent abgeschlossen. Frankreich kommt auf ähnliche Zahlen.

Nachholbedarf bei Bedienung und Preistransparenz

„Die Ausbauziele für die Ladeinfrastruktur greifen wie vorgesehen und haben ein enormes Wachstum des Marktes für Elektrofahrzeuge ermöglicht“, erklärte der Autoexperte bei T&E, Lucien Mathieu. Bei der Bedienung und der Preistransparenz an den Ladesäulen gebe es aber noch Nachholbedarf. Nur dann würden Elektroautos auch für Menschen attraktiver, „die in Mehrfamilienhäusern leben und auf öffentliche Ladestationen angewiesen sind“.

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