Klimaanlagen-Design: Effizienz trifft auf Ästhetik – ein Überblick
Klimaanlagen-Design: Effizienz trifft auf Ästhetik

Beim renommierten Red Dot Design Award, der nächste Woche im Essener Aalto-Theater verliehen wird, spielen Klimaanlagen eine untergeordnete Rolle. Von den 98 Produkten in der Kategorie „Heating and Air Conditioning Technology“ sind nur 20 Klimaanlagen, keine einzige davon aus Deutschland. Peter Zec, Chef des Awards, erklärt: „Früher gehörten Klimaanlagen in Autos noch keineswegs zur Standardausstattung und auch heute sind sie – zumindest in unseren Breitengraden – in Wohnhäusern eher die Ausnahme.“

Design-Defizit bei Klimaanlagen

Während Industriedesign Produkte wie Toaster oder Smartphones ästhetisch aufgewertet hat, bleiben Klimaanlagen oft funktional und wenig ansprechend. Dabei wünschen sich viele Verbraucher Geräte, die sich harmonisch in den Wohnraum einfügen. Split-Klimaanlagen, bei denen ein Außengerät die Kühlung erzeugt und ein Innengerät die Luft verteilt, sind technisch einfach, aber das Innengerät ist meist ein schlichter Kasten an der Wand.

Erst 2007 führte Hitachi bei der Shirokumakun S-Serie eine „metallische Zierleiste“ ein, deren einziger Zweck es war, „eine emotionale Reaktion beim Kunden hervorzurufen“. Doch 20 Jahre später sind ästhetische Fortschritte rar. Monoblock-Geräte wie von Bosch erfordern einen weißen Schlauch durchs Fenster, der an einen aufgeblasenen Wassertank erinnert.

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Innovative Ansätze: LG und Samsung

LG hat mit der Artcool-Serie einen Bilderrahmen entwickelt, der kühlt. Nutzer können eigene Motive einlegen, während aus dem Holzrahmen kühle Luft strömt. Das Gerät ist für Flächen von fünf bis 40 Quadratmetern geeignet und in Deutschland erhältlich. Die „Whisen Objet Collection“ von LG erhielt einen if Design Award, ist aber nur für Afrika und Asien bestimmt.

Samsung hingegen gewann einen Red Dot Design Award für den „Bespoke AI Windfree Pro“. Dieses Gerät verbindet Funktion und Gestaltung, ist aber in Deutschland noch nicht Standard. Peter Zec betont: „Der steigende Bedarf an Klimaanlagen und ihre zunehmende Produktion treibt den Klimawandel jedoch zugleich weiter voran – ein wahres Paradoxon.“

Herausforderungen in Deutschland

In Deutschland wird diskutiert, ob mehr Klimaanlagen installiert werden sollten. In Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen steht die Optik nicht im Vordergrund, aber Hausbesitzer und Mieter suchen nach ästhetischen Lösungen. Für Split-Anlagen muss bei Eigentumswohnungen die Gemeinschaft zustimmen. Ohne Nachfrage bleibt das Angebot an Design-Klimaanlagen gering.

Die meisten ausgezeichneten Klimaanlagen stammen aus Asien. Der Red Dot Award vergab den Titel „Best of the Best“ an einen Luftreiniger und einen Batteriespeicher, nicht an eine Klimaanlage. Bis formschöne Geräte wie Samsungs Windfree Pro in deutschen Wohnzimmern Standard sind, wird es noch dauern.

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