Beim Messen längerer Abstände stößt ein herkömmlicher Zollstock schnell an seine Grenzen. Laser-Entfernungsmesser versprechen hier Abhilfe mit präzisen Ergebnissen und einfacher Handhabung. Der ntv Produkt-Check hat sechs Modelle getestet, um herauszufinden, welches Gerät im Alltag am besten abschneidet. Alle getesteten Laser-Messgeräte erwiesen sich als zuverlässig und einfach bedienbar, jedoch zeigten sich Unterschiede in Details wie Displayhelligkeit, Größe und Speicherfunktionen.
Das Fazit der Tests
Alle sechs Geräte messen zuverlässig und sind intuitiv bedienbar. Die Unterschiede fallen klein aus: Sie betreffen vor allem die Größe, das Gewicht, die Helligkeit des Displays, die Lautstärke des Signaltons und die Anzahl der speicherbaren Datensätze. Der Testsieger Ogeto Laser Entfernungsmesser überzeugt mit besonders benutzerfreundlicher Bedienung und einem dunklen Display mit hellen Zahlen, das auch in schlecht beleuchteten Räumen gut ablesbar ist.
Der Testsieger: Ogeto Laser Entfernungsmesser
Der Ogeto Laser Entfernungsmesser (ca. 20 Euro) kommt ohne Schutztasche, dafür mit bereits befestigter Handschlaufe. Auffällig ist das Display mit dunklem Hintergrund und hellen Zahlen – ein Alleinstellungsmerkmal im Testfeld, das vor allem bei wenig Licht punktet. Zwei integrierte Wasserwaagen helfen beim Ausrichten des Geräts für korrekte Messungen. Die Bedienung ist einfach und intuitiv, jedoch lässt sich der Tasten-Piepton nicht stummschalten – er ist aber angenehm leise. Über den Unit-Knopf wählt man den Referenzpunkt: Die Messung beginnt entweder an der Vorderseite oder inklusive Gerätelänge, wenn man es an eine Wand hält.
Die verschiedenen Messmodi (Länge, Fläche, Volumen) zeigen an, welche Seite zuerst gemessen werden muss. Auf dem Display werden die letzten drei Messungen angezeigt, mit der Clear-Taste lassen sie sich löschen. Ein großer Pluspunkt: Bis zu 98 Datensätze können gespeichert werden – so muss man nicht jeden Wert einzeln notieren, sondern kann die nummerierten Ergebnisse später in Ruhe durchgehen. Die Hintergrundbeleuchtung bleibt permanent an. Im Test ergaben sich folgende Messergebnisse: erste Wand 0,688 Meter (Referenz: 0,69 Meter), zweite Wand 3,867 Meter (Referenz: 3,85 Meter). Die maximale Messentfernung beträgt 50 Meter bei einer Genauigkeit von ±2 mm.
Weitere Modelle im Vergleich
Kiprim LD50E
Der Kiprim LD50E (ca. 17 Euro) wird mit Batterien, Schutztasche und nicht befestigter Handschlaufe geliefert – das Anbringen der Schlaufe gestaltete sich im Test etwas kompliziert. Das Gerät riecht beim Öffnen leicht unangenehm, ist aber einfach zu bedienen: Einmal drücken setzt den Laserpunkt, zweimal drücken misst die Entfernung. Angezeigt werden die letzten drei Messungen und die aktuelle. Bis zu 98 Datensätze sind speicherbar. Zwei Wasserwaagen helfen beim Ausrichten. Allerdings blendet die sehr helle Hintergrundbeleuchtung in dunklen Räumen; sie bleibt dauerhaft an, wird aber nach 15 Sekunden etwas dunkler. Messergebnisse: erste Wand 0,689 Meter, zweite Wand 3,873 Meter. Genauigkeit ±1 mm, Reichweite 50 Meter.
Hanmatek LM50
Der Hanmatek LM50 (ca. 21 Euro) ist das größte Gerät im Test, liegt aber gut und rutschfest in der Hand. Der Signalton ist laut, kann aber ausgeschaltet werden. Ein Nachteil: Die Clear-Taste löscht nicht nur den letzten, sondern alle Messungen seit dem letzten Einschalten – Vorsicht ist geboten. Im Speicher finden maximal 30 Datensätze Platz. Die LCD-Beleuchtung geht nach 15 Sekunden aus, was in dunklen Umgebungen beim Notieren stört. Messergebnisse: 0,689 bzw. 3,871 Meter. Genauigkeit ±1,5 mm, Reichweite 50 Meter.
Mileseey Lasermessgerät
Das Mileseey-Modell (ca. 27 Euro) liegt etwas rutschiger in der Hand, ist aber dank sieben klar beschrifteter Knöpfe intuitiv bedienbar. Die gespeicherten Datensätze sind nummeriert und gut zuordenbar. Der Signalton ist laut, aber stummschaltbar. Negativ: Die Displaybeleuchtung bleibt nur etwa zehn Sekunden an. Messergebnisse: 0,689 bzw. 3,870 Meter. Genauigkeit ±2 mm, Reichweite 50 Meter.
RockSeed Digitales Entfernungsmesser
Das RockSeed-Gerät (ca. 22 Euro) überzeugt mit Zubehör und Lesbarkeit: Es kommen eine Handschlaufe und eine dünne Hülle mit. Die Hintergrundbeleuchtung wird nach einigen Sekunden dunkler, geht aber nicht komplett aus – so bleiben Daten auch in schlecht beleuchteten Räumen lesbar. Der Signalton ist leise und angenehm, und das Gerät kann stummgeschaltet werden. Der Speicher fasst bis zu 20 Datensätze. Messergebnisse: 0,690 bzw. 3,871 Meter. Genauigkeit ±2 mm, Reichweite 50 Meter.
Bosch Professional GLM 40
Das teuerste Modell (ca. 60 Euro) ist zugleich das kleinste und liegt dank Gummierung rutschfest in der Hand. Die Bedienung ist jedoch weniger intuitiv, da hinter jedem Knopf mehrere Funktionen versteckt sind. Der kleine Bildschirm zeigt nur die letzten beiden und die aktuelle Messung. Maximal zehn Messungen sind speicherbar, die sich einzeln löschen lassen. Die Messung startet immer hinten (Gerät zählt mit) – das vereinfacht manche Anwendungen, lässt sich aber nicht umstellen. Das Gerät hat als einziges keine Wasserwaagen integriert. Der Signalton ist leise und abschaltbar, die Beleuchtung angenehm und nicht blendend. Nach 30 Sekunden Inaktivität schaltet sich das Gerät aus. Messergebnisse: 0,690 bzw. 3,866 Meter. Genauigkeit ±1,5 mm, Reichweite 40 Meter.
Tipps für den Kauf
Bei der Auswahl eines Laser-Entfernungsmessers sollten Käufer auf folgende Punkte achten: Die Reichweite (20 bis 150 Meter) und die Messdistanz sollten zum Einsatz passen. Ein gut ablesbares, beleuchtetes Display ist wichtig, insbesondere bei Arbeiten in dunklen Räumen. Eine Synchronisation mit Smartphone oder PC kann die Datenspeicherung erleichtern. Auch die Batterielaufzeit und die Betriebsdauer sind relevante Kriterien. Alle getesteten Geräte sind für den Heimwerkerbedarf geeignet, wobei der Ogeto aufgrund seiner durchdachten Features und des guten Preis-Leistungs-Verhältnisses als Testsieger hervorgeht.



