Reiner Knizia: Neues Spiel Rebirth als Symbol für Aufbruch
Reiner Knizia: Neues Spiel Rebirth als Symbol

Vor dem Haus flüstern alte Bäume. Im Innenhof duftet nach frischem Kaffee. Reiner Knizia, 66, trägt ein hellblaues Hemd und weiße Turnschuhe. Er führt uns ins Studio, in dem schon Hunderte Spielideen entstanden sind. Auf einem langen Tisch liegt der Prototyp seines neuen Werks Rebirth. Das Spiel lässt zwei bis vier Zivilisationen nach einer Umweltkatastrophe wieder erwachen.

Knizia, der mit „Modern Art“ und „Ra“ in den 1990ern die Spielewelt prägte, hat inzwischen mehr als 600 Spiele veröffentlicht. Mit Rebirth wagt er sich an ein neues Themenfeld: den Wiederaufbau einer Welt. Die Spieler sammeln Ressourcen, rekrutieren Helfer und bauen Städte wieder auf. Der Fokus liegt jedoch nicht auf Zerstörung, sondern auf der Entscheidung, welche Werte die Gesellschaft prägen sollen.

Der kreative Prozess hinter Rebirth

Während des Gesprächs skizziert Knizia die zugrunde liegende mathematische Struktur. Jede Runde fordert ein Gleichgewicht zwischen kurzfristigem Nutzen und langfristiger Entwicklung. Diese Mehrebenen-Mechanik macht den besonderen Reiz aus, so der Erfinder.

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Auf die Frage nach der Inspiration zitiert er persönliche Erfahrungen: „Die letzten Jahre haben gezeigt, wie schnell sich Lebensgewohnheiten verändern können. Aus diesem Krisenbewusstsein heraus entstand die Idee zu Rebirth.“

Die Entwicklungsphase dauerte über zwei Jahre. Das Team testete den Prototyp mehr als 200 Mal. Eine Zahl, die Knizia stolz präsentiert. Er betont, dass ein Großteil des Feedbacks von ambitionierten Spieletestern aus aller Welt stammt.

Die große Wiedergeburt der Brettspiele

Rebirth kommt in eine Zeit, in der die Brettspiel-Branche ein starkes Wachstum erlebt. Laut Branchenberichten ist die Nachfrage nach anspruchsvollen Spielen so hoch wie nie. Spiele wie Rebirth profitieren von diesem Trend.

Für Knizia ist das Spiel ein Beweis, dass intellektuelle Unterhaltung in der modernen digitalen Welt ihren Platz behauptet: „Der direkte Austausch am Tisch schafft Erlebnisse, die kein Bildschirm ersetzen kann“, sagte er unserer Zeitung.

Ein Besuch, der hängen bleibt

Nach zweieinhalb Stunden Gespräch ist klar: Knizia bleibt ein Perfektionist. Er selbst sagt: „Erst wenn ich selbst verliere, aber verstehen möchte, warum ich verloren habe, ist das Spiel fertig.“

Rebirth wird voraussichtlich im Herbst 2024 auf Deutsch und Englisch erscheinen. Einen ersten Blick können Besucher auf den Internationalen Spieltagen in Essen werfen. Die Nachfrage ist groß, und Knizia kündigt bereits eine Erweiterung an.

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