Deutschland fällt im EU-Digitalranking auf Platz 17 zurück
Deutschland fällt im EU-Digitalranking auf Platz 17

Deutschland ist im aktuellen EU-weiten Vergleich zur Digitalisierung um drei Plätze auf Rang 17 abgerutscht. Das geht aus dem Desi-Index 2026 hervor, den der Digitalverband Bitkom veröffentlicht hat. Damit liegt die Bundesrepublik nur noch im Mittelfeld der 27 EU-Staaten.

Länder wie Dänemark und Finnland ziehen davon

Spitzenreiter im Gesamtranking ist Dänemark, gefolgt von Finnland, den Niederlanden, Malta und Luxemburg. Deutschland kommt zwar voran, aber andere Länder sind schneller, erklärte Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst. Unter den fünf größten EU-Ländern belegt Deutschland immerhin Platz zwei – hinter Spanien, aber vor Frankreich, Polen und Italien.

Wintergerst räumte ein, dass ein großer, föderaler Flächenstaat wie Deutschland nur bedingt mit Luxemburg, Estland oder Dänemark vergleichbar sei. Allerdings sei Spanien ebenfalls föderal organisiert und zeige, dass auch für Deutschland mehr möglich sei. Die Schlusslichter des Rankings sind Rumänien, Bulgarien und die Slowakei.

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Deutliche Fortschritte bei digitalen Kompetenzen

Eine Verbesserung gelang Deutschland im Bereich „Digitale Kompetenzen“: Hier kletterte das Land von Platz 15 um vier Ränge auf Platz 11. Besonders der Anteil der IT-Fachkräfte fällt positiv ins Gewicht, so Bitkom. In Deutschland machen sie 5,5 Prozent der Beschäftigten aus, im EU-Durchschnitt sind es 5,0 Prozent.

Damit zeigt sich, dass Deutschland bei der Ausbildung und Verfügbarkeit von Fachkräften im internationalen Vergleich gut aufgestellt ist. Allerdings gibt es weiterhin großen Nachholbedarf in anderen Bereichen.

Öffentliche Verwaltung bleibt das Sorgenkind

Besonders schlecht schneidet Deutschland bei der Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung ab. Im Vergleich mit allen EU-Ländern erreicht die Bundesrepublik nur Platz 22 von 27. Unter den fünf größten EU-Ländern liegt Deutschland in diesem Bereich auf Rang drei. Spitzenreiter in diesem Segment sind Malta, Estland und Finnland.

Die mangelnde Digitalisierung der Verwaltung ist ein bekanntes Problem, das Bürger und Unternehmen gleichermaßen betrifft. Lange Wartezeiten bei Behördengängen und fehlende Online-Dienste sind die Folge. Der Desi-Index zeigt, dass hier dringender Handlungsbedarf besteht.

Blick auf die Nachbarländer

Während Deutschland im EU-Vergleich abrutscht, machen andere Länder Fortschritte. Spanien etwa verbessert sich kontinuierlich und liegt nun vor Deutschland. Auch Länder wie Estland und Finnland gelten als Vorreiter bei der Digitalisierung ihrer Verwaltung und Gesellschaft.

Bitkom-Präsident Wintergerst betonte, dass Deutschland von diesen Ländern lernen könne. Insbesondere bei der Digitalisierung öffentlicher Dienstleistungen gebe es großen Nachholbedarf. Es brauche mehr Tempo und eine konsequentere Umsetzung digitaler Strategien.

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