KI-Boom treibt Energie- und Wasserverbrauch in die Höhe
Der Boom rund um ChatGPT, Gemini und andere KI-Dienste hat eine Schattenseite: Der Bedarf an Strom und Wasser steigt deutlich. Für die Betreiber wird der Ausbau der nötigen Infrastruktur immer aufwendiger. Gleichzeitig wachsen die Kosten. Für Nutzer könnte das langfristig Folgen haben, wenn Unternehmen die höheren Ausgaben weiterreichen. Vor allem Google und Amazon stehen laut einer Analyse vor großen Herausforderungen, weil sie ihre Rechenzentren weiter ausbauen.
Wasserverbrauch höher als bisher bekannt
KI-Rechenzentren benötigen große Mengen Wasser für die Kühlung. Laut einem Bericht des Finanzportals „Morningstar“ liegt der tatsächliche Verbrauch jedoch höher, als die offiziellen Angaben der Unternehmen vermuten lassen. Ein Grund dafür ist der Wasserbedarf der Kraftwerke, die die Anlagen mit Strom versorgen. Dieser indirekte Verbrauch taucht in den Nachhaltigkeitsberichten bislang nicht vollständig auf. Die Lage verschärft sich zusätzlich, weil die Nachfrage nach KI-Anwendungen weiter wächst und immer mehr Rechenzentren benötigt werden. Hinzu kommen anhaltende Dürrebedingungen in Teilen der USA.
Milliarden für die Energieversorgung
Auch die Stromversorgung gerät zunehmend unter Druck. Die steigende Zahl neuer KI-Rechenzentren belastet das US-Stromnetz im Sommer 2026 erheblich. Hohe Temperaturen und Trockenheit verstärken die Belastung zusätzlich. Der Energieversorger National Grid reagiert mit einer milliardenschweren Investition: Das Unternehmen steckt 1,75 Milliarden US-Dollar in Joulent und übernimmt damit 35 Prozent der Anteile. Joulent entwickelt Infrastruktur für Großkunden mit besonders hohem Strombedarf, darunter auch Betreiber von Rechenzentren.
Kostenfrage weiter offen
Der Ausbau von KI-Angeboten gerät immer stärker in Konflikt mit Klimazielen und der Stabilität der Stromnetze. Nach Angaben von Morningstar gewinnen deshalb Lösungen für eine netzunabhängige Stromversorgung an Bedeutung. Kleine Generatoren gelten als günstig und schnell verfügbar. Noch ist offen, ob die steigenden Ausgaben für Energie und Infrastruktur später zu höheren Preisen für KI-Dienste führen oder den weiteren Ausbau bremsen werden. Klar ist jedoch: Die Branche sucht nach Wegen, den KI-Boom dauerhaft mit Klima- und Versorgungssicherheit in Einklang zu bringen.



