EU-Parlament: Qwant statt Google als Standardsuchmaschine
EU-Parlament setzt auf Qwant statt Google

Das Europäische Parlament hat eine bedeutende Änderung bei der Standard-Suchmaschine auf den Dienstrechnern seiner Beschäftigten vorgenommen. Seit dem 4. Juni ist nicht mehr der US-Konzern Google als Voreinstellung hinterlegt, sondern der französische Anbieter Qwant. Diese Neuerung betrifft Suchanfragen, die direkt über die Adresszeile der Browser Mozilla Firefox oder Microsoft Edge getätigt werden.

Qwant als neue Standardsuche im EU-Parlament

Wer künftig einen Suchbegriff in die Browserzeile eingibt, wird automatisch zu Qwant weitergeleitet. Die Suchmaschine positioniert sich als europäische Alternative zu den großen US-Konzernen und wirbt mit einem besonderen Fokus auf Datenschutz. Nach eigenen Angaben verfolgt Qwant seine Nutzer nicht für Werbezwecke und speichert keine personenbezogenen Daten. Damit soll die Privatsphäre der Anwender besser geschützt werden.

Google bleibt weiterhin nutzbar

Der Wechsel bedeutet jedoch keine vollständige Sperre für Google. Die Suchmaschine des US-Konzerns kann weiterhin direkt über die entsprechende Webseite aufgerufen werden. Auch die voreingestellte Suchmaschine im Browser lässt sich von den Beschäftigten jederzeit manuell ändern. Die Mitarbeiter behalten also ihre Wahlfreiheit. Dennoch hat die Entscheidung des Parlaments Gewicht, denn gerade bei häufig genutzten Programmen kann eine Voreinstellung den Arbeitsalltag maßgeblich prägen und die Nutzungsgewohnheiten beeinflussen.

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Politische Botschaft für mehr europäische Anbieter

Mit der Änderung verbindet sich auch eine klare politische Botschaft. Suchanfragen können tiefe Einblicke in Arbeitsabläufe und Themenschwerpunkte einer Institution geben. Daher stellt sich die Frage, wie viele Informationen europäische Institutionen großen US-Technologiekonzernen zugänglich machen wollen. Laut Informationen von Politico begründet das Europäische Parlament den Schritt damit, europäische Anbieter stärker zu berücksichtigen und die digitale Souveränität zu erhöhen.

Symbolische Bedeutung für Google

Für Google hat die Entscheidung vor allem symbolische Bedeutung. Die Marktstellung des Konzerns bleibt enorm. Laut StatCounter erreichte Google in Europa im April 2026 einen Marktanteil von 87,5 Prozent. Bing, der zweitgrößte Anbieter, kam lediglich auf 5,6 Prozent. Der Wechsel zeigt dennoch, dass das Parlament beim Thema digitale Abhängigkeiten auch im eigenen Haus handelt und ein Zeichen setzen möchte.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Umstellung auf Qwant ein wichtiger Schritt zur Förderung europäischer Technologiealternativen ist, ohne die Nutzer in ihrer Wahlfreiheit einzuschränken. Die Entscheidung unterstreicht das Bestreben der EU, ihre digitale Unabhängigkeit zu stärken und Datenschutzstandards zu erhöhen.

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