WhatsApp führt Benutzernamen ein: Reservierung gestartet, Handynummer bleibt verborgen
WhatsApp führt Benutzernamen ein: Reservierung gestartet

WhatsApp hat eine neue Funktion angekündigt: Individuelle Benutzernamen können ab sofort reserviert werden. Künftig müssen Nutzer ihre private Handynummer nicht mehr automatisch mit neuen Kontakten teilen. Stattdessen können Kontakte über einen eindeutigen Benutzernamen hergestellt werden. Die weltweite Reservierungsphase ist bereits gestartet.

Reservierung und Einführung

„Ab dieser Woche kannst du einen Benutzernamen reservieren, den du später im Jahr verwenden kannst, wenn wir diese Funktion einführen”, teilt WhatsApp in seinem Blog mit. Im Laufe des Jahres soll die Funktion schrittweise für alle Nutzenden freigeschaltet werden. Damit verabschiedet sich der Messenger ein Stück weit von der Handynummer als zentralem Identifikator.

Mehr Privatsphäre für Nutzende

Bisher war die mit dem WhatsApp-Konto verknüpfte Telefonnummer für Chatpartner sichtbar, auch bei neuen Kontakten oder in Gruppen. Mit der neuen Funktion sollen Nutzer selbst entscheiden können, wem sie ihre Nummer zeigen. Alice Newton-Rex, Vizepräsidentin für Produktentwicklung bei WhatsApp, bezeichnet die Neuerung als das „nächste große Datenschutz-Upgrade“ des Unternehmens. Der Hintergrund: Eine Telefonnummer ist für viele Menschen eng mit privaten Lebensbereichen verknüpft, etwa mit Bankkonten oder Online-Diensten. „Benutzernamen sind unser neuester Schritt, um WhatsApp noch privater zu machen“, schreibt das Unternehmen.

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Wer erstmals mit einer Person oder einem Unternehmen Kontakt aufnimmt, gibt nur noch seinen Benutzernamen preis – vorausgesetzt, die Funktion ist aktiviert und die andere Person hat die Telefonnummer nicht bereits im eigenen Telefonbuch gespeichert. Auch bei Anrufen über die App soll künftig der Benutzername statt der Telefonnummer angezeigt werden. Für die Erstellung eines WhatsApp-Kontos bleibt jedoch weiterhin eine Handynummer erforderlich.

So funktioniert die Namensvergabe

Da WhatsApp mit großem Interesse rechnet, startet die Reservierung Ende Juni. „Bei über drei Milliarden Menschen auf WhatsApp gibt es viele Namensüberschneidungen. Deshalb starten wir die Reservierung frühzeitig, damit alle die Möglichkeit haben, den Benutzernamen zu wählen, der ihnen wichtig ist“, heißt es in der Mitteilung. Jeder Benutzername ist eindeutig und kann nur einmal vergeben werden. Nutzende können ihren Namen später ändern oder löschen. Ein Namens-Generator innerhalb der App hilft bei der Ideenfindung.

So reserviert man den optionalen Benutzernamen: Die App auf die neueste Version aktualisieren, dann über Einstellungen > Konto > Benutzername den gewünschten Namen festlegen. Auch Unternehmen, Influencer und Organisationen erhalten zusätzliche Optionen: Über eine Verknüpfung mit dem Meta-Konto können sie bestehende Nutzernamen von Facebook oder Instagram direkt per WhatsApp beanspruchen, um eine einheitliche digitale Identität zu wahren.

Schutz vor Spam und unerwünschten Nachrichten

Mit den neuen Benutzernamen wächst die Sorge vor Spam. WhatsApp führt daher zusätzliche Schutzmechanismen ein. Es wird kein öffentliches Verzeichnis oder Vorschläge geben; Nutzende können nicht einfach nach beliebigen Namen suchen. „Andere Nutzer*innen müssen deinen genauen Benutzernamen kennen, um dich zum ersten Mal kontaktieren zu können“, teilt WhatsApp mit. Zusätzlich wird ein optionaler „Username Key“ eingeführt – ein vierstelliger Code, den Fremde neben dem Benutzernamen kennen müssen, um die erste Nachricht senden zu können. Das soll unerwünschte Kontaktanfragen erschweren.

WhatsApp zieht bei der Konkurrenz nach

Mit der neuen Funktion reagiert WhatsApp auf einen seit Jahren geäußerten Wunsch. Andere Messenger sind hier bereits weiter: Signal erlaubt seit Anfang 2024, die eigene Telefonnummer hinter einem Benutzernamen zu verbergen. Bei Telegram gehört die Kommunikation über Benutzernamen längst zum Standard. Wer noch stärker auf Anonymität setzt, nutzt Alternativen wie Threema oder Session, die sogar bei der Registrierung auf persönliche Daten wie Telefonnummern verzichten und mit zufällig generierten IDs arbeiten.

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Trotz wachsender Konkurrenz bleibt WhatsApp mit rund drei Milliarden Nutzenden weltweit der klare Marktführer unter den Messenger-Diensten. Telegram kommt auf rund eine Milliarde, Signal auf geschätzt 70 bis 100 Millionen und Threema auf knapp zehn Millionen Nutzende, vor allem in Deutschland und der Schweiz. Mit den neuen Benutzernamen schließt WhatsApp eine wichtige Lücke und gibt Nutzenden mehr Kontrolle über ihre Daten.