China droht mit Vergeltung nach US-Sanktionsdrohung gegen KI-Firmen
China droht mit Vergeltung nach US-Sanktionsdrohung

Die chinesische Regierung hat scharf auf die drohenden US-Sanktionen gegen chinesische KI-Entwickler reagiert. Das Handelsministerium in Peking bezeichnete das Vorgehen der USA am Montag als „KI-Hegemonialismus“ und kündigte Gegenmaßnahmen an. Der Vorwurf des Diebstahls geistigen Eigentums entbehre jeder Grundlage, hieß es aus dem Ministerium.

Neue Eskalation im KI-Wettlauf

Der Schlagabtausch läutet eine neue Runde im Wettlauf der beiden weltgrößten Wirtschaftsmächte um die Führung bei der Zukunftstechnologie Künstliche Intelligenz ein. Im Mittelpunkt des Streits steht das chinesische Startup Moonshot, das vor wenigen Tagen ein neues KI-Modell namens „Kimi K3“ vorgestellt hatte. Das Unternehmen erklärte, das Modell sei den modernsten westlichen Konkurrenzprodukten zumindest ebenbürtig.

Der führende Technologieberater des Weißen Hauses, Michael Kratsios, äußerte kurz nach der Vorstellung den Verdacht, dass Moonshot für das Training seiner Software KI-Modelle des US-Rivalen Anthropic genutzt habe. Dieses Verfahren wird im Fachjargon „Destillation“ genannt und ist in der Branche weit verbreitet, um Entwicklungskosten zu senken. US-Behörden zufolge hat Moonshot jedoch in großem Stil Daten der Anthropic-KI „Claude“ extrahiert.

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US-Finanzminister droht mit Sanktionen

US-Finanzminister Scott Bessent drohte daraufhin mit harten Konsequenzen. „Wenn chinesische Unternehmen im industriellen Maßstab verdeckte 'Destillationsangriffe' verüben, die die Grenze zum Diebstahl geistigen Eigentums überschreiten, steht die Aufnahme in Sanktionslisten zur Debatte“, sagte Bessent. Unternehmen auf diesen Listen erhalten keinen Zugang zu US-Computerchips, -Software oder -Clouddiensten – ein empfindlicher Schlag für jedes KI-Unternehmen.

Anthropic meldete eigenen Angaben zufolge mehr als 3,4 Millionen Interaktionen seines KI-Modells „Claude“ mit Nutzerkonten, die mit Moonshot in Verbindung gebracht werden. Demnach wurden Hunderte betrügerischer Konten genutzt, um unter anderem Claudes Fähigkeiten im logischen Denken, beim Programmieren und in der Datenanalyse zu testen.

Moonshot weist Vorwürfe zurück

Moonshot bestreitet, dass die KI „Kimi K3“ ihre Leistungsfähigkeit der Destillation verdankt. Die Verbesserungen seien das Ergebnis einer überarbeiteten Software-Architektur, teilte das Unternehmen mit. „Wir haben unsere Modelle von Grund auf neu entwickelt und unabhängig trainiert“, hieß es in einer Stellungnahme. Man sei zuversichtlich, dass eine unabhängige Prüfung die Vorwürfe entkräften werde.

Der Streit zwischen den USA und China um KI-Technologie verschärft sich damit weiter. Beobachter rechnen mit einer Zunahme protektionistischer Maßnahmen auf beiden Seiten. Die USA haben bereits mehreren chinesischen Technologiekonzernen den Zugang zu Hochleistungschips und Software erschwert. China wiederum hat eigene Fördermaßnahmen für die KI-Industrie aufgelegt und arbeitet an einer Unabhängigkeit von US-Technologie.

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