Elon Musk hat in einem Interview mit dem britischen Magazin „The Economist“ eine düstere Vision der Arbeitswelt skizziert. Der Tech-Milliardär prophezeit, dass künstliche Intelligenz (KI) innerhalb der nächsten fünf Jahre die Summe aller menschlichen Intelligenz übertreffen könnte. „Die Leute machen sich nicht klar, dass das, was ich sage, eintreten wird“, sagte Musk in der Tesla-Gigafactory in Texas.
Roboter übernehmen fast alle Jobs
Laut Musk werden KI-Systeme und Roboter innerhalb von zehn Jahren die meisten digitalen und körperlichen Tätigkeiten übernehmen. Menschliche Arbeit werde dann „optional“ sein. Diese Entwicklung werde eine Ära „unglaublicher Fülle“ einleiten. Allerdings sieht der Unternehmer auch massive soziale Verwerfungen. Ohne Arbeitsplätze sei eine großangelegte Umverteilung des Vermögens notwendig, um ein „universelles hohes Einkommen“ für alle Menschen zu schaffen. Musk selbst erklärte sich bereit, „Billionen an Steuern“ zu zahlen. Gleichzeitig glaubt er, dass Geld ohnehin bedeutungslos werde.
Risiken durch KI – Musk schlägt gegenseitige Prüfung vor
Trotz seiner Fortschrittsgläubigkeit warnt Musk vor den Gefahren immer leistungsstärkerer KI-Systeme. Er schlägt vor, dass Entwickler ihre Modelle gegenseitig auf Risiken testen sollten, bevor sie veröffentlicht werden. Auch China müsse in diesen Prozess einbezogen werden. „Die Konkurrenten können sich gegenseitig zur Ehrlichkeit anhalten“, sagte Musk. Für dieses Ziel sei er sogar bereit, das Kriegsbeil mit Sam Altman, dem Chef von OpenAI, zu begraben. Differenzen müssten „zum Wohle der Welt“ zurückstehen. Musk war zuvor mit einer Klage gegen OpenAI gescheitert.
Mars-Kolonisation und SpaceX-Rolle
Im Interview bekräftigte Musk zudem sein Vorhaben, die Menschheit zu einer multiplanetaren Spezies zu machen. Sein Unternehmen SpaceX, an dem er mehr als 80 Prozent der stimmberechtigten Anteile hält, soll dabei eine Schlüsselrolle spielen. Bereits 2016 hatte Musk angekündigt, dass ab 2025 die ersten Menschen zum Mars reisen sollten – ein Plan, der sich nicht realisieren ließ.
Selbstkritik zu Trump-Engagement
Angesprochen auf seine Unterstützung für Donald Trump zeigte sich Musk selbstkritisch. Nach dem Wahlsieg der Republikaner übernahm er kurzzeitig die Leitung des eigens geschaffenen Department of Government Efficiency (DOGE). Nach einem Zerwürfnis mit Trump legte er den Posten jedoch nieder. „Ich habe mich ehrlich gesagt mitreißen lassen“, sagte Musk nun. Seine Spendengelder und sein Einfluss hatten maßgeblich zu Trumps Rückkehr ins Weiße Haus beigetragen.



