In Deutschland ist im ersten Halbjahr 2025 eine Rekordzahl neuer Start-ups entstanden. Von Januar bis Juni wurden 3.053 neue Firmen gegründet, wie eine Studie des Startup-Verbands zeigt. Das entspricht einem Anstieg von 52 Prozent im Vergleich zum zweiten Halbjahr 2024 und übertrifft sogar die Gesamtzahl des gesamten Jahres 2024.
KI als zentraler Treiber der Gründungsdynamik
„Über 3.000 neue Start-ups in sechs Monaten – so viel Gründungsdynamik gab es in Deutschland noch nie“, sagt Verena Pausder, Vorstandschefin des Startup-Verbands. Als zentralen Treiber nennt sie Künstliche Intelligenz, die Gründern ermögliche, schneller und mit weniger Kapital zu starten. „KI senkt die Hürden fürs Gründen deutlich und immer mehr Menschen nutzen diese Chance.“
Mehr als ein Drittel der Neugründungen (1.038) haben einen klaren KI-Bezug, so die Studie, für die die Analysefirma Startupdetector Handelsregisterdaten ausgewertet hat. Der Software-Sektor bleibt mit 844 Gründungen die mit Abstand stärkste Branche.
Wirtschaftskrise als zusätzlicher Antrieb
Der Aufwärtstrend, der Mitte 2024 eingesetzt habe, gewinne laut Startup-Verband an Tempo. Allerdings spiele auch die Wirtschaftskrise eine Rolle: „Für viele Talente wird die eigene Gründung zur attraktiven Alternative, während etablierte Unternehmen bei Neueinstellungen deutlich zurückhaltender geworden sind.“
Berlin bleibt Spitzenreiter, Hamburg überholt München
Die Zahl neuer Start-ups wuchs in allen Bundesländern. Bayern verzeichnete 626 Gründungen (plus 48 Prozent), Nordrhein-Westfalen 539 (plus 45 Prozent) und Baden-Württemberg 377 (plus 55 Prozent). Im Städtevergleich ist Hamburg der Gewinner: Dort entstanden 212 neue Start-ups und damit erstmals seit Jahren mehr als in München. Berlin bleibt mit 429 Gründungen klare Nummer eins, wächst aber mit plus 21 Prozent relativ langsam.
Wachstum bei Milliarden-Start-ups, aber Abstand zu USA bleibt groß
Seit Jahresbeginn sind sechs Start-ups mit Milliardenbewertung hinzugekommen, sodass Deutschland nun 36 sogenannte Unicorns zählt. Der Abstand zu den USA, wo viel mehr Wagniskapital an Gründer fließt, bleibt jedoch groß: Dort gibt es mehr als 900 Start-ups mit Milliardenbewertung. „In Europa fehlt ein starker Kapitalmarkt“, sagte Pausder. Steuerliche und regulatorische Hürden für Wagniskapital müssten durch Anreize für Investoren ersetzt werden.



