Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt (CDU) hat die Nutzung Künstlicher Intelligenz (KI) in seinen Reden verteidigt. Nach Recherchen des Portals „Frag den Staat“ soll Voigt in mehreren Ansprachen auf KI-generierte Inhalte zurückgegriffen haben, darunter möglicherweise bei einer Trauerrede für den ehemaligen Ministerpräsidenten Bernhard Vogel sowie bei einer Rede zum Holocaust-Gedenktag 2025. Voigt selbst betonte: „Die KI ist längst Teil der modernen Kommunikation.“ Die Landesregierung sehe darin kein Problem.
KI in der Politik: Normalität oder Tabu?
Bereits am Dienstagabend beim Sommerfest des Freistaates Thüringen in Berlin hatte Voigt eine frei gehaltene Rede mit Landesstolz vorgetragen. „Das älteste Reinheitsgebot für Bier und die erste deutsche Bratwurst kommen aus Thüringen“, rief er den 2000 Gästen zu. Während die Coverband englischsprachige Hits spielte, diskutierten die Anwesenden jedoch über den zunehmenden Einsatz von KI in der Politik. Voigt selbst zeigt sich offen: „Politik und Landesverwaltung werden längst von KI mitgestaltet.“
Reaktionen aus der Regierung
In der Thüringer Landesregierung findet die Nutzung von KI in Reden keinen Anstoß. Ein Sprecher erklärte, dass KI lediglich als Werkzeug diene, um Inhalte zu strukturieren und zu optimieren. Die inhaltliche Verantwortung liege weiterhin beim Redner. Kritiker hingegen bemängeln, dass der Einsatz von KI bei sensiblen Themen wie dem Holocaust-Gedenktag unangemessen sei. Voigt entgegnet: „Es geht nicht um den Ersatz menschlicher Arbeit, sondern um Unterstützung.“
Auswirkungen auf die politische Kommunikation
Der Fall zeigt, wie KI zunehmend Einzug in die politische Praxis hält. Während einige Bürger die Technologie als Fortschritt sehen, fürchten andere einen Verlust an Authentizität. Voigt bleibt gelassen: „Die KI ist ein Hilfsmittel, das uns effizienter macht. Entscheidend ist der Inhalt, nicht die Form.“ Die Debatte dürfte anhalten.



