Acht Männer wurden für ein neues Reality-Format von RTL+ mit einer erfundenen Show getäuscht. Moderatorin Charlotte Engelhardt verrät, wie viel Aufwand hinter der perfekten Inszenierung steckte. Die Show „Bad Boyfriends – Jetzt wird abgerechnet“ spielt auf Teneriffa und lockt die Kandidaten mit der vermeintlichen Partysendung „Bro Island“ in die Falle.
Die TV-Falle: Von „Bro Island“ zur Beziehungsarbeit
Die Männer glaubten, an einer Party-Sendung mit Sonne, Luxus und Feierei teilzunehmen. Tatsächlich existierte diese Sendung nicht. Stattdessen trafen sie auf ihre Freundinnen, die von problematischem Verhalten ihrer Partner genug hatten. „Sie haben diesen Macho-Film absolut geglaubt und sich ohne jeden Zweifel voll darauf eingelassen“, sagte Engelhardt der Deutschen Presse-Agentur. Zwei Tage lang ließ man sie in trügerischer Sicherheit. „Sie dachten sich nur: Geil, saufen, Party machen mit Calvin und am Ende räume ich den Sieg ab“, so Engelhardt.
Aufwändige Inszenierung und Geheimhaltung
Co-Moderator Calvin Kleinen, bekannt aus anderen Reality-Shows, wirkte vertrauensbildend. „Das gesamte Branding, die Kulissen vor Ort und sogar die Moderationskarten waren komplett auf ‚Bro Island‘ zugeschnitten“, erklärte Engelhardt. Die Geheimhaltung sei eine enorme Herausforderung gewesen. „So eine TV-Produktion hat eine lange Vorbereitungszeit, in der wirklich jeder absolute Diskretion wahren musste“, sagte sie. „Auch ich durfte im Vorfeld niemandem etwas verraten, was teilweise schon wirklich kräftezehrend war.“
Persönliche Zäsur: Rückkehr zum Geburtsnamen
Für Engelhardt markiert die Sendung auch eine persönliche Zäsur: Nach langer Zeit tritt sie offiziell wieder mit ihrem alten Nachnamen Engelhardt auf – nicht mehr als Charlotte Würdig. Die Trennung von ihrem Ex-Mann, dem Rapper Sido (bürgerlich Paul Würdig), liegt sechs Jahre zurück. „Es fühlt sich ein bisschen wie nach Hause kommen an“, sagte sie der dpa. „Ich mag dieses warme Gefühl der Zugehörigkeit, das mein Geburtsname in mir auslöst.“
Mehr als Voyeurismus: Beziehungsarbeit für Zuschauer
Engelhardt glaubt, dass der Reiz der Show über reinen Voyeurismus hinausgeht. „Jedes Paar hat schließlich seine eigenen kleinen oder großen Baustellen in der Beziehung. Ich würde mich sehr freuen, wenn Paare vor dem Fernseher sitzen, sich die Sendung gemeinsam anschauen und sich in bestimmten Situationen echt wiedererkennen“, sagte sie. Es gehe nicht darum, Männer pauschal als schlechte Partner zu brandmarken. „Wir stellen die Frage, woher dieses problematische Verhalten eigentlich kommt, und versuchen, tiefer in ihre Psyche hineinzublicken“, so Engelhardt.
Härtefälle unter den Kandidaten
Ein Blick in die Akten der Kandidaten verrät echte Härtefälle. Manche sind bereits aus anderen Reality-Formaten bekannt, andere haben keine TV-Erfahrung. Ein Beispiel ist Filialleiter Antonio aus München, liiert mit Alessandra. Laut RTL versuchte der 30-Jährige bereits nach zwei Monaten, mit seiner Ex fremdzugehen. Die ließ ihn abblitzen und schickte Alessandra die gesamten Chatverläufe. Für ihn dürfte das Auffliegen der Fake-Show noch zu den harmloseren Überraschungen gehört haben.



