Forscher testen Biolaugung für Indium-Abbau im Erzgebirge
Biolaugung: Indium-Abbau im Erzgebirge getestet

Probebohrungen in Pöhla abgeschlossen

Die geplante Pilotanlage zum Abbau von Indium im Erzgebirge ist einen weiteren Schritt vorangekommen. Wie das Freiberger Bergbauunternehmen Saxore mitteilte, fanden unter Tage in Pöhla die ersten Probebohrungen statt. Insgesamt zehn Bohrungen wurden in den vergangenen zwei Wochen im Besucherbergwerk Zinnkammern Pöhla durchgeführt. Dabei entnahmen die Forscher Bohrkerne mit einer Gesamtlänge von 130 Metern. Das Unternehmen Saxore plant bereits seit Jahren im benachbarten Tellerhäuser ein komplett untertägiges Zinnbergwerk ohne sichtbare Halden und Aufbereitung.

Neuartiges Abbauverfahren mit Mikroorganismen

Hintergrund der Probebohrungen ist die Erforschung eines neuartigen Abbauverfahrens, bei dem seltene Erden mit Hilfe von Mikroorganismen durch sogenannte Biolaugung direkt aus dem Gestein gelöst und anschließend aus der Flüssigkeit gewonnen werden können. „Vorteil des Verfahrens ist, dass auf Abbaumethoden wie Sprengungen unter Tage komplett verzichtet werden kann“, erklärte Saxore-Sprecher Axel Kunz. Die Forschung ist Teil des EU-Projekts „Xtract“ zu nachhaltigen Lösungen für den Bergbau der Zukunft. Daran beteiligen sich 14 Partner aus neun Ländern. Die EU unterstützt das Projekt mit fünf Millionen Euro.

Pilotanlage als nächstes Ziel

Ziel der Forschung im Erzgebirge ist eine Pilotanlage zum Abbau des Rohstoffs im größeren Maßstab. Diese soll nach Auswertung der Bohrkerne nun vor Ort als Nächstes entstehen, teilt Saxore mit. Im Labor seien die Prozesse bereits erfolgreich erprobt worden, teilte die TU Bergakademie Freiberg zuletzt mit. Eine Vorerkundung habe vor Ort bereits erhöhte Indiumgehalte nachweisen können. Das Unternehmen bezeichnet das Metall, das unter anderem in Halbleitern und Photovoltaik-Technologie eingesetzt wird, als „Schlüssel-Metall für Zukunftstechnologien“.

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Bedeutende Indium-Ressource im Erzgebirge

In der Lagerstätte Tellerhäuser liegen nach Unternehmensangaben schätzungsweise 700 Tonnen Indium-Metall. Damit zählt sie zu den weltweit bedeutendsten Indium-Ressourcen. Nach wie vor warte das Unternehmen auf die Genehmigung des sogenannten Rahmenbetriebsplans für das geplante unterirdische Bergwerk durch das Oberbergamt Freiberg, sagte Saxore-Sprecher Kunz. Geschäftsführer Matthias Faust hatte einen ersten Probebetrieb frühestens für 2029 avisiert und eine Jahresproduktion von 500.000 Tonnen Zinn-Erz als Ziel genannt. Daraus könnten etwa 2.500 Tonnen Zinn gewonnen werden.

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