Spinnenrekord: Fast 13 Kilometer pro Stunde auf acht Beinen
Eine neue Studie enthüllt, dass die Jungle Huntsman Spider (Heteropoda jugulans) eine Höchstgeschwindigkeit von 3,59 Metern pro Sekunde erreicht – das entspricht fast 13 Kilometern pro Stunde. Damit ist die etwa drei Gramm schwere australische Riesenkrabbenspinne die schnellste unter den 258 untersuchten Spinnenarten. Die Forschungsgruppe des Imperial College London und der Universität Greifswald um Erstautor Shreyas Kuchibhotla legte die Ergebnisse vor, wie PETBOOK berichtet.
In Medien wurde die Art bereits als „schnellste Spinne der Welt“ bezeichnet, doch die Studie selbst trifft diese Aussage nicht. Sie stellt lediglich fest, dass Heteropoda jugulans im untersuchten Datensatz die höchste gemessene Laufgeschwindigkeit aufweist.
Größe und Beine entscheiden über das Tempo
Für die Analyse werteten die Wissenschaftler Daten von 258 Arten aus 64 der 139 bekannten Spinnenfamilien aus. Sie untersuchten 236 Exemplare aus 162 Arten selbst und ergänzten die Ergebnisse mit bereits veröffentlichten Daten. Die Tiere wurden gewogen und anschließend über kariertes Papier laufen gelassen, während Hochgeschwindigkeitskameras ihre Bewegungen aufzeichneten.
Die Auswertung zeigt, dass größere Spinnen im Durchschnitt schneller sind als kleinere. Entscheidend ist jedoch vor allem die Beinlänge: Arten mit relativ langen Beinen erreichten deutlich höhere Geschwindigkeiten als ähnlich große Verwandte. Ob die Beine besonders schlank waren, spielte dagegen kaum eine Rolle.
Evolution prägt das Lauftempo
Auch die Lebensweise hatte Einfluss auf die Geschwindigkeit. Aktiv jagende Spinnen liefen im Durchschnitt schneller als Netzbauer oder Lauerjäger. Dieser Zusammenhang war jedoch schwächer als der Einfluss der Beinlänge und der Evolutionsgeschichte. Insgesamt bestimmen Körpergröße, Beinproportionen, Lebensweise und gemeinsame Abstammung, wie schnell eine Spinne laufen kann.



