Forscher des Geological Survey of Northern Ireland (GSNI) und des British Geological Survey (BGS) haben die Entstehung des Giant's Causeway an der Nordküste Irlands neu datiert. Die rund 40.000 kantigen Basaltsäulen, die eine fast künstlich wirkende Felslandschaft bilden, entstanden demnach in einem deutlich kürzeren Zeitraum als bislang angenommen: Statt über mehr als 13 Millionen Jahre zog sich die vulkanische Aktivität nur über etwa 5,5 Millionen Jahre hin. Diese Erkenntnis verschiebt das Verständnis der regionalen Erdgeschichte hin zu einer Phase intensiver, aber zeitlich begrenzter vulkanischer Ereignisse.
Vulkanische Aktivität in überraschend kurzer Zeit
Die neuen Analysen deuten darauf hin, dass die geologischen Prozesse konzentrierter abliefen. Frühere Modelle gingen von einer Entstehungsdauer von über 13 Millionen Jahren aus, doch moderne geochronologische Methoden wie Messungen des Erdmagnetfelds in Gesteinen und die Datierung von Mineralen wie Zirkon belegen nun ein kürzeres Zeitfenster. Nach Einschätzung der Wissenschaftler lassen sich die Prozesse rund um den Giant's Causeway dadurch erstmals präziser in den Kontext des frühen Nordatlantik-Vulkanismus einordnen, der vor rund 60 Millionen Jahren stattfand.
Wie die Säulen tatsächlich entstanden
Die Grundmechanik der Säulenbildung ist seit längerem bekannt, wird aber durch die aktuellen Untersuchungen zeitlich und regional besser eingeordnet. Ausgangspunkt war aufsteigende Lava, die durch Spalten im Erdinneren an die Oberfläche trat und sich großflächig über die Region ausbreitete. Beim Abkühlen begann das Gestein zu schrumpfen, wobei Spannungsrisse entstanden, die sich systematisch ausbreiteten und zu polygonalen Strukturen organisierten – meist sechseckig, teils aber auch mit fünf oder sieben Kanten. So formten sich die charakteristischen Basaltsäulen, die heute wie ein natürliches Pflaster aus Stein wirken.
Neue Datierungstechniken verändern das Bild
Die Forscher nutzten eine Kombination moderner geochronologischer Methoden, um die Abläufe zeitlich genauer zu ordnen. Dazu gehören Messungen des Erdmagnetfelds in Gesteinen sowie die Datierung von Mineralen wie Zirkon, die in vulkanischem Material vorkommen. Diese Techniken erlauben es, die vulkanischen Phasen in Nordirland mit globalen geologischen Entwicklungen zu vergleichen. Die Prozesse rund um den Giant's Causeway können dadurch erstmals präziser in den Kontext der frühen Nordatlantik-Vulkanismusphase eingeordnet werden.
Mythos trifft Geologie – aber die Wissenschaft setzt den Rahmen
Seit Jahrhunderten ranken sich Mythen um den Giant's Causeway, besonders die Legende des Riesen Fionn mac Cumhaill, der einen Steindamm über das Meer gebaut haben soll. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse stehen dazu in einem klaren Kontrast – sie ersetzen die Erzählung nicht, sondern liefern den realen geologischen Hintergrund für eine Landschaft, die lange als unerklärlich galt. Die neuen Forschungsergebnisse betonen die Bedeutung präziser Datierungen für das Verständnis solcher Naturwunder.



