Körperwelten-Erfinder Gunther von Hagens mit 81 Jahren gestorben
Körperwelten-Erfinder Gunther von Hagens mit 81 gestorben

Gunther von Hagens, der Erfinder der Plastination, ist tot. Der Wissenschaftler und Unternehmer starb am Freitag, den 24. Juli 2026, im Alter von 81 Jahren in Heidelberg. Die Familie bestätigte seinen Tod gegenüber BILD. Bereits einen Tag zuvor war der an Parkinson erkrankte von Hagens wegen einer Gehirnblutung in eine Klinik in Heidelberg eingeliefert worden.

Todesursache und letzte Tage

Laut Angaben der Familie erlitt von Hagens am 23. Juli eine schwere Gehirnblutung. Er wurde umgehend in die Universitätsklinik Heidelberg gebracht, wo die Ärzte um sein Leben kämpften. Doch am folgenden Tag erlag er seinen Verletzungen. Die Parkinson-Krankheit, unter der er seit Jahren litt, hatte seinen Gesundheitszustand bereits geschwächt. „Gunther von Hagens ist am 24. Juli friedlich eingeschlafen“, teilte die Familie mit.

Leben und Werk

Gunther von Hagens wurde 1945 in Alt-Skalden (heute Skalmierzyce, Polen) geboren. Er studierte Medizin in Lübeck und Leipzig und promovierte 1973. Schon während seines Studiums entwickelte er die Idee, menschliche Körper durch Plastination haltbar zu machen. 1977 meldete er das Verfahren zum Patent an. Die Plastination ersetzt Körperflüssigkeiten und Fett durch Kunststoff, sodass die Gewebe dauerhaft konserviert werden.

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1993 gründete er das Institut für Plastination in Heidelberg und begann mit der ersten „Körperwelten“-Ausstellung. Diese zeigte echte menschliche Präparate in verschiedenen Posen und Schnitten. Die Ausstellung wurde weltweit ein Erfolg: Mehr als 50 Millionen Menschen in über 140 Städten sahen sie. Von Hagens selbst trat oft als plastinierter „Körperwelten-Showman“ auf.

Kontroversen um die Körperwelten

Die Arbeiten von Gunther von Hagens waren stets umstritten. Kritiker warfen ihm vor, die Würde der Toten zu verletzen und menschliche Körper zur Schau zu stellen. Die Kirchen und viele Ethiker lehnten die Ausstellungen ab. Von Hagens verteidigte seine Arbeit als wissenschaftliche Aufklärung und Beitrag zur Anatomie. Er betonte, alle Präparate stammten von Menschen, die ihren Körper zu Lebzeiten für die Plastination gespendet hätten.

Trotz der Kritik förderten die Körperwelten das öffentliche Interesse an Medizin und Anatomie. Viele Besucher berichteten von einem tieferen Verständnis des menschlichen Körpers. Von Hagens selbst sagte: „Ich möchte die Menschen lehren, wie wunderbar und komplex unser Körper ist.“

Reaktionen auf den Tod

Die Nachricht von seinem Tod verbreitete sich schnell. Weggefährten und Kollegen würdigten sein Lebenswerk. Die Stadt Heidelberg, in der er lange lebte und arbeitete, kondolierte der Familie. Der Leiter des Instituts für Plastination erklärte: „Gunther von Hagens hat die Anatomie revolutioniert. Sein Vermächtnis lebt in den Körperwelten und in der medizinischen Forschung weiter.“

Kritiker äußerten sich zurückhaltend. Ein Sprecher der katholischen Kirche in Deutschland sagte: „Wir respektieren den Verstorbenen, bleiben aber bei unserer Ablehnung der öffentlichen Zurschaustellung menschlicher Überreste.“ Die Familie bat um Privatsphäre in der Trauerzeit.

Gunther von Hagens hinterlässt seine Frau, die Ärztin Angelina Whalley, sowie mehrere Kinder. Sein Institut wird die Arbeit fortsetzen. Der genaue Zeitpunkt der Beisetzung ist noch nicht bekannt.

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