Demo gegen Massentourismus auf Mallorca: Friedlicher Protest endet in Randale
Demo gegen Massentourismus auf Mallorca endet in Randale

Tausende Einheimische zogen am Sonntagabend durch die Innenstadt von Palma de Mallorca, um gegen den Massentourismus auf der Baleareninsel zu protestieren. Die Demonstration verlief zunächst ruhig und friedlich. Doch im Laufe des Abends geriet die Situation außer Kontrolle. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters versammelten sich mehrere tausend Menschen auf der Plaça d'Espanya und zogen dann durch die Altstadt.

Hintergrund des Protests

Die Bewohner Mallorcas klagen seit Jahren über die negativen Folgen des Massentourismus. Steigende Mieten, überfüllte Strände und Lärmbelästigung sind nur einige der Probleme. Laut dem balearischen Statistikamt zählt die Insel jährlich etwa zwölf Millionen Touristen – bei einer Einwohnerzahl von rund 900.000. Der Tourismus macht rund 35 Prozent der Wirtschaftsleistung der Balearen aus. Die Demonstranten forderten eine Begrenzung der Besucherzahlen und mehr Rücksichtnahme auf die lokale Bevölkerung. Sie trugen Transparente mit Aufschriften wie 'Touristen gehen – Leben bleibt' und 'Mallorca ist keine Partyzone'.

Friedliche Kundgebung

Die Kundgebung begann am Nachmittag und blieb zunächst friedlich. Nach Informationen von Reuters verlief der Marsch geordnet. Die Teilnehmer skandierten Parolen und hielten Reden. Die Polizei war mit einem kleineren Aufgebot vor Ort, um die Sicherheit zu gewährleisten. Die Organisatoren riefen zu einem Besucherstopp auf und verlangten ein Verbot von Alkohol ausschenkenden Partymeilen.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Eskalation in der Nacht

Am späten Abend, gegen 22 Uhr, eskalierte die Lage. Eine Gruppe von Vermummten begann, Barrikaden zu errichten und Müllcontainer in Brand zu setzen. Die Randale konzentrierte sich auf das Gebiet um die Plaça de la Reina. Die Polizei rückte mit einem Großaufgebot an, darunter Wasserwerfer und mehrere Hundertschaften. Nach Reuters-Informationen gab es mehrere Festnahmen. Auch Verletzte wurden gemeldet, sowohl unter den Beamten als auch unter den Demonstranten. Die genaue Zahl war zunächst unklar. Ein Polizeisprecher sagte gegenüber Reuters, die Lage sei 'zeitweise sehr angespannt' gewesen.

Reaktionen der Behörden

Die Stadtverwaltung von Palma und die Regionalregierung der Balearen verurteilten die Gewalt. Sie betonten jedoch das Recht auf friedlichen Protest. Tourismusverbände warnten vor negativen Folgen für das Image der Insel. Die Demonstration zeigt die wachsende Unzufriedenheit der Einheimischen mit dem Massentourismus. Bereits im vergangenen Jahr gab es ähnliche Proteste, die jedoch ohne Ausschreitungen blieben. Ob die Regierung Konsequenzen zieht, bleibt abzuwarten. Die Ereignisse dürften die Debatte über nachhaltigen Tourismus auf Mallorca weiter anheizen. Die Vorfälle in Palma reihen sich ein in eine weltweite Bewegung gegen Übertourismus. Ähnliche Proteste gab es zuletzt in Barcelona, Venedig und Amsterdam.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration