Studie räumt mit Bösewicht-Image von Hyänen auf: Sie sind sozial
Studie räumt mit Bösewicht-Image von Hyänen auf

Eine neue Studie unter Beteiligung des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) in Berlin räumt mit dem negativen Image von Tüpfelhyänen auf. Entgegen der Darstellung in Filmen wie „Der König der Löwen“ sind die Tiere demnach nicht böse, feige oder hinterlistig, sondern äußerst sozial und verfügen über ein hochentwickeltes System zur Deeskalation.

Hochentwickeltes Sozialverhalten und präzise Kommunikation

Die Studie zeigt, dass Tüpfelhyänen (Crocuta crocuta) ein ausgeklügeltes System aus Mimik und Lauten nutzen, um miteinander zu kommunizieren. Diese präzise Kommunikation sei mit der vieler Primatenarten vergleichbar, so die Forscher. Besonders beim Spielen setzen die Tiere verschiedene Signale ein, um friedliche Absichten zu signalisieren und Konflikte zu vermeiden.

Das entspannte offene Maul als Friedenssignal

Das häufigste Signal ist das entspannte offene Maul („relaxed open mouth“, kurz ROM), das auch bei anderen Säugetieren vorkommt. Dieses Signal verwenden die Hyänen vor allem beim Eins-zu-Eins-Spiel, wenn direkter Blickkontakt besteht. „Wenn mehrere Hyänen miteinander spielen und sie sich nicht sicher sein können, dass alle Teilnehmenden das entspannte ROM sehen, dann setzen sie zusätzliche Signale in Form von spielspezifischen Lautäußerungen ein, die von allen Teilnehmenden registriert und verstanden werden“, erklärte Mitautor Oliver Höner vom Leibniz-IZW.

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13 verschiedene Laute, darunter fünf neu entdeckte

Die Wissenschaftler identifizierten insgesamt 13 verschiedene Lautäußerungen, von denen fünf zuvor noch nie beschrieben wurden. Dazu gehören Bellen, Kichern, Knurren, Grunzen, leises Quietschen, Winseln, Wimmern und Fauchen. Die Forscher gehen davon aus, dass diese Laute den fehlenden Blickkontakt ausgleichen sollen, insbesondere wenn die Tiere in größeren Gruppen spielen.

Spiel ohne Eskalation – trotz rauem Umgang

Trotz des teils rauen Umgangs eskalierte das Spielen laut Studie nie zu echten Kämpfen. Die Fähigkeit, die Körpersprache je nach Situation anzupassen, spricht für ausgeprägte kognitive und soziale Fähigkeiten der Tiere. Tüpfelhyänen spielen und raufen in allen Lebensphasen, wobei erwachsene Tiere besonders gerne im Wasser spielen.

Leben in großen Clans mit weiblicher Führung

Tüpfelhyänen leben in großen sozialen Gruppen von bis zu 130 Tieren, sogenannten Clans. Diese sind hierarchisch aufgebaut und werden von den Weibchen und ihren Jungen angeführt. Die Tiere bewohnen mehrere Länder Afrikas südlich der Sahara und jagen unter anderem Gnus, Zebras oder Büffel, fressen aber auch Aas.

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