Der deutsche Buchhandel schlägt Alarm: Die Lesekrise hat den Buchmarkt erreicht. Laut dem Bericht „Buchmarkt kompakt 2025/2026“ des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels kauften 10- bis 15-Jährige 2025 im Vergleich zum Vorjahr 30 Prozent weniger Bücher. Ihre Ausgaben sanken um knapp 24 Prozent. Auch bei den 20- bis 29-Jährigen gingen die Buchkäufe um fast 18 Prozent zurück. Insgesamt verzeichnete die Branche einen Umsatzrückgang von 4,9 Prozent.
Romantasy als Ausreißer nach oben
Einzige positive Ausnahme sind die 16- bis 19-Jährigen: Sie kauften 7,7 Prozent mehr Bücher, angetrieben durch die Boom-Genres Romantasy, New Adult und Young Adult. Der Gesamtumsatz der Branche lag 2025 knapp drei Prozent unter dem Vorjahresniveau. Während das Online-Geschäft stabil blieb, musste der stationäre Buchhandel Einbußen von vier Prozent hinnehmen.
Politik in der Pflicht
Sebastian Guggolz, Vorsteher des Börsenvereins, fordert die Politik zum Handeln auf: „Jahrzehntelange Versäumnisse in der Bildungspolitik haben zu einer fortschreitenden Verschlechterung der Lesekompetenz geführt – das Ergebnis lässt sich nun unmittelbar an den Marktzahlen ablesen.“ Diese Zahlen müssten „auch ein Weckruf an die Politik sein. Es braucht umgehend konsequente Maßnahmen, um Bildung und Lesekompetenz zu verbessern. Dies muss zur obersten Priorität für Bund, Länder und Kommunen werden.“
Peter Kraus vom Cleff, Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins, nennt zusätzlich die schwache Konjunktur und eine „hohe Verbraucherunsicherheit“ als Gründe für die Umsatzrückgänge. Guggolz warnt zudem vor den Folgen für die Demokratie: „Die Lesefähigkeit wird damit eine noch wichtigere Voraussetzung demokratischer Mitgestaltung und Selbstbehauptung.“
Halbjahresbilanz 2026 zeigt weitere Verluste
Auch die Halbjahresbilanz 2026 verzeichnet im Vergleich zu 2025 weiter sinkende Umsätze von 4,5 Prozent. Der Börsenverein sieht dringenden Handlungsbedarf, um die Lesekompetenz in Deutschland nachhaltig zu fördern.



