Menstruations-Flashmob? Zehn Jahre „Wuthering Heights“-Tanz im Görli
Zehn Jahre „Wuthering Heights“-Tanz im Görlitzer Park

Einmal im Jahr tanzen Menschen im Görlitzer Park das Musikvideo zu „Wuthering Heights“ von Kate Bush nach. Unsere Autorin Anne Roggensack ist seit zehn Jahren dabei. Inzwischen kann sie mit den irritierten Blicken leben.

„Seid Ihr von einer Sekte?“

Diese Frage kommt eigentlich jedes Jahr von ahnungslosen Parkpassanten. Letztes Jahr kam neu dazu: „Ist das ein Menstruations-Flashmob?“ Keine unbegründete Frage eigentlich – angesichts von über hundert scharlachrot gekleideten Personen mitten im Görlitzer Park in Kreuzberg. An diesem Samstag tanzen wir wieder in Rot im Görli, beim „Most Wuthering Heights Day Ever“.

Zehn Jahre Tradition

Seit 2014 organisiert eine Gruppe von Kate-Bush-Fans diesen Flashmob. Die Idee stammt aus Großbritannien, wo der „Most Wuthering Heights Day Ever“ bereits seit 2013 stattfindet. In Berlin hat sich die Veranstaltung zu einer festen Größe entwickelt. „Wir sind jedes Jahr mehr geworden“, sagt Roggensack. „Anfangs waren wir vielleicht 30, heute sind es über 100.“

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Die Performance

Die Tänzer imitieren die ikonische Choreografie aus Kate Bush‘ Musikvideo von 1978. Dazu gehört das wilde Wedeln mit den Armen, das Stampfen mit den Füßen und das Drehen im Kreis. Die Kleidung ist streng: scharlachrotes Kleid oder rote Kleidung, am besten mit weitem Rock. „Es ist ein Gefühl von Freiheit und Gemeinschaft“, beschreibt Roggensack die Stimmung.

Reaktionen der Passanten

Nicht alle verstehen den Spaß. „Einmal hat ein Mann gefragt, ob wir gegen die Menstruation protestieren“, erzählt Roggensack. Andere halten die Gruppe für eine religiöse Sekte oder eine Kunstaktion. „Aber die meisten sind neugierig und bleiben stehen.“ Die Tänzer selbst nehmen die Fragen gelassen. „Wir sind einfach glücklich, Kate Bush zu ehren.“

Ein besonderes Erlebnis

Für Roggensack ist der Tag jedes Jahr ein Highlight. „Es ist verrückt, aber es macht süchtig.“ Sie hat bereits an zehn der elf Berliner Aktionen teilgenommen. „Nur einmal habe ich gefehlt, weil ich krank war.“ Auch dieses Jahr wird sie wieder dabei sein, wenn am Samstag um 15 Uhr die ersten Töne von „Wuthering Heights“ erklingen.

Keine politische Botschaft

Trotz der roten Kleidung und der ungewöhnlichen Performance hat der Flashmob keine politische Agenda. „Es geht nur um die Liebe zu Kate Bush und zur Musik“, betont Roggensack. „Wir wollen einfach tanzen und Spaß haben.“

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