Das Highlight: Der Schneckenreiter
In der heutigen Ausgabe von 'Bares für Rares' sorgte ein außergewöhnliches Objekt für Aufsehen. Das Ehepaar Monika und Rafael aus Simmerath brachte eine Keramikfigur namens 'Schneckenreiter' ins Studio von Horst Lichter. Das Kunstwerk stammt von einem belgischen Flohmarkt und basiert auf einer motivischen Allegorie: Die Schnecke symbolisiert die langsame, aber unaufhaltsame Bewegung der Zeit, während das Kind die Vergänglichkeit der Jugend darstellt.
Experte Colmar Schulte-Goltz (53) ordnete die Figur dem österreichischen Künstler Michael Powolny zu. Der Entwurf entstand vermutlich um 1907, gefertigt wurde das Stück laut der Marke spätestens um 1912 von der Wiener Keramik. Trotz einiger altersbedingter Risse auf der Unterseite befindet sich die Figur in einem guten und sammelwürdigen Zustand.
Das Ehepaar hatte einen Wunschpreis von 1.500 Euro im Kopf – und lag damit erstaunlich nah an der Einschätzung des Experten. Schulte-Goltz taxierte den 'Schneckenreiter' auf 1.000 bis 1.500 Euro. Im Händlerraum entwickelte sich ein lebhafter Bieterwettstreit: Mehrere Händler zeigten großes Interesse, die Gebote kletterten schnell über den Wunschpreis hinaus. Am Ende sicherte sich Florian Kahl die Rarität für 2.100 Euro.
Besonders bemerkenswert wurde die Geschichte erst nach dem Verkauf: Die Verkäufer verrieten, dass sie selbst nur 10 Euro für den 'Schneckenreiter' bezahlt hatten – ein Flohmarktfund, der sich mehr als gelohnt hat.
Weitere Raritäten der Sendung
Neben dem Highlight präsentierte die Sendung am 27. Juli 2026 weitere spannende Fundstücke:
- Silberner Henkelkorb aus Elbing: Kaufmann Nico aus Nettetal zeigte einen vererbten Henkelkorb aus 750er-Silber aus Westpreußen. Das zwischen 1810 und 1820 entstandene Stück wurde einem Elbinger Silberschmied zugeschrieben. Expertenschätzung: 1.200 Euro.
- Formel-1-Posterbox in limitierter Auflage: Freunde Susi und Volker aus Mönchengladbach brachten eine limitierte Box mit Motorsport-Postern eines Rennsportkünstlers mit. Die Serie umfasst 250 Exemplare und bezieht sich auf Formel-1-Veranstaltungen der Jahre 1998 bis 2000. Expertenschätzung: 180 bis 250 Euro.
- Eiserne Geldkassette: Das Ehepaar Anke und Richard aus Köln präsentierte eine historische Kassette mit aufwendigem Schließmechanismus. Die Expertise datierte sie auf das Ende des 17. Jahrhunderts, ein genauer Herstellungsort ließ sich nicht bestimmen. Expertenschätzung: 450 bis 650 Euro.
- Goldring mit Rubellit-Turmalin: Ralf und Beate aus Bad Kreuznach stellten einen kunstvollen Ring aus den 1950er-Jahren vor. Das Schmuckstück ist mit einem rund zehn Karat schweren Rubellit-Turmalin und Diamanten besetzt. Der Stein stammt vermutlich aus der brasilianischen Cruzeiro-Mine. Expertenschätzung: 3.000 Euro.
Ob und für wie viel Geld die weiteren Stücke verkauft wurden, zeigt die heutige Folge von 'Bares für Rares' im ZDF.



