Die Kinowoche bietet ein hochkarätiges Aufgebot an Stars und Geschichten. Von Spider-Man über eine explosive Dinnerparty bis hin zu Pedro Almodóvars neuem Werk – hier sind unsere Filmtipps.
Spider-Man: Brand New Day – Mit Melancholie und Leichtigkeit
Vier Jahre sind vergangen, seit Spider-Man (Tom Holland) ein großes Opfer bringen musste, um das Multiversum zu retten. Der Magier Doctor Strange ließ die Welt vergessen, dass es Peter Parker gibt. Nach dem traumatischen Verlust seiner Tante May (Marisa Tomei) entscheidet sich Peter dagegen, MJ (Zendaya) und seinen besten Freund Ned (Jacob Batalon) erneut in seine gefährliche Superheldenexistenz zu ziehen. Mit reichlich Bitterkeit erledigt ein sozial isolierter Spider-Man seinen Job in New York, doch eine phantomhafte Person, die jeden Menschen kontrollieren kann, bereitet ihm große Probleme. Die Drehbuchautoren Chris McKenna und Erik Sommers werfen viele Bälle in die Luft, und nicht jeder Erzählfaden wird von Regisseur Destin Daniel Cretton vollständig aufgedröselt. Doch der Druck nach dem immensen Erfolg von „No Way Home“, der fast zwei Milliarden Dollar einspielte – weit mehr als jeder andere Superheldenfilm nach „Avengers: Endgame“ –, löst sich in einer federleichten, rasanten Inszenierung auf, die humorvoll und von tiefer Melancholie durchzogen ist, so Kritiker Jörg Wunder.
The Invite – Eskalation einer Dinnerparty
Mit dem Oscar-Wilde-Zitat „Man sollte immer verliebt sein. Das ist der Grund, warum man niemals heiraten sollte“ eröffnet Regisseurin Olivia Wilde ihre Vier-Personen-Komödie. Joe (Seth Rogen) und Angela (Wilde) leben in einer Ehe-Routine, in der der laute Sex der Nachbarn (Penélope Cruz und Edward Norton) die einzige Abwechslung darstellt. Angelas spontane Einladung der Nachbarn zum Abendessen lässt all die angestauten Frustrationen eskalieren, sorgsam eingehegt von der Sextherapeutin Pina und dem massierenden Feuerwehrmann Hawk. Wilde beweist perfektes komödiantisches Timing, und die Figurendynamik erinnert an klassische Screwball-Komödien, schreibt Andreas Busche.
Bitteres Fest – Almodóvars moralisches Rätsel
Pedro Almodóvar hat nie einen Hehl aus den biografischen Anteilen seiner Filme gemacht. Doch was ist, wenn der Künstler sich der Schicksale seiner Liebsten bedient? Der verschachtelte Plot von „Bitteres Fest“ dreht sich um diese moralische Frage. Rául (Leonardo Sbaraglia) schreibt ein Drehbuch, aber die Story der Werbefilmerin Elsa (Bárbara Lennie) dümpelt vor sich hin. Bis Assistentin Mónica (Aitana Sánchez-Gijón) dem Autor erzählt, dass der Sohn ihrer Partnerin an einem Tumor gestorben sei und diese einen Selbstmordversuch unternommen habe. Die Farben tanzen und explodieren förmlich, doch die Geschichte bleibt seltsam leblos. Almodóvar scheint weniger ergreifen zu wollen, als uns die Mechanik des Melodrams vor Augen zu führen, urteilt Christiane Peitz.
Amore und Basta! – Komödie mit Tiefgang
Online hätte ein Algorithmus dafür gesorgt, dass sich Alessandra und Valerio nie begegnen. Doch sie knallen in der Straßenbahn aufeinander: der fußballaffine Macho und die belesene Feministin zoffen sich, fühlen sich aber unwiderstehlich zueinander hingezogen. Am nächsten Tag stellt sich heraus, dass Lehrerin Alessandra an derselben Schule anfängt, an der Valerio Direktor ist, und dass beide nicht so unfruchtbar sind, wie sie dachten. Anfangs schlingert der Film in „Kokowääh“-Manier, doch die Geschichte gewinnt an Tiefe. Valerio stellt sich seiner erzkatholischen Familie, Alessandra denkt darüber nach, vielleicht doch keine Single-Mom sein zu wollen. Es macht Spaß, den beiden beim Ringen um lebendige Beziehungen zuzusehen, so Antje Scherer.
Der perfekte Schein – Der Fall Bojarski
Ein brutaler Überfall auf einen Sicherheitstransport im Nachkriegsfrankreich. Mittendrin: der polnische Flüchtling Jan Bojarski, ein genialer Fälscher. Er prüft die kostbare Fracht: Papier für Banknoten. Nachdem er Menschen mit falschen Pässen zur Flucht vor den Nazis verholfen hatte, muss er nun seine Fähigkeiten dem organisierten Verbrechen zur Verfügung stellen. Als die Fälscherwerkstatt auffliegt, macht Bojarski auf eigene Faust weiter, gejagt von Kommissar Mattei. Regisseur Jean-Paul Salomé lässt sich zu viel Zeit, die Beziehung von Jäger und Gejagtem in Gang zu bringen. Was mühelos gelingt, ist die zarte, unsentimentale Liebesgeschichte zwischen Bojarski und seiner Frau – der wahre Wert dieses Films, schreibt Ingolf Patz.
Terminator – Klassiker wieder im Kino
Ganze drei Silben hat einer der berühmtesten Filmsätze: „I’ll be back“, schnarrt der Terminator mit steirischem Akzent. Der per Zeitmaschine geschickte Killerandroide soll Sarah Connor töten, die Mutter des zukünftigen Widerstandsführers. Arnold Schwarzeneggers grabeskalte Performance und James Camerons schnörkellose Inszenierung machten den Science-Fiction-Film von 1984 zum Klassiker, so Jörg Wunder.



