Jelle Dierickx: Belgier leitet Kammeroper Rheinsberg
Belgier leitet Kammeroper Rheinsberg

Seit einem Jahr steht Jelle Dierickx als künstlerischer Leiter an der Spitze der Landesakademie und der Kammeroper Schloss Rheinsberg. Der Belgier hat in seiner ersten Saison bereits deutliche Akzente gesetzt. Ein Treffen in Berlin, vor der Premiere von Grétrys „Blaubart“, offenbart einen Mann, der für seine Arbeit brennt.

Ein Erzähler mit Leidenschaft

Wer Jelle Dierickx unter den sattgrünen Bäumen des Parkcafés am Fehrbelliner Platz trifft, merkt sofort: Hier sitzt einer, der für sein Leben gerne erzählt. Der zwar gemütlich und gelassen wirkt, aber für seine Sache brennt. Der bis an den Rand gefüllt ist mit Geschichten und Anekdoten. Seine Augen leuchten, wenn er über die vergangenen Monate spricht, über Begegnungen mit Künstlern, über die Herausforderungen der ersten Saison.

Dierickx, der aus Belgien stammt, hat in Rheinsberg eine Aufgabe übernommen, die weit über das reine Musikmachen hinausgeht. Die Landesakademie ist nicht nur ein Ort der Aufführungen, sondern auch ein Zentrum der Ausbildung und Begegnung. Die Kammeroper Schloss Rheinsberg hat eine lange Tradition und genießt international einen hervorragenden Ruf. In seiner ersten Spielzeit musste sich Dierickx in diesem Gefüge zurechtfinden und gleichzeitig eigene Impulse setzen.

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Die erste Saison in Rheinsberg

Die erste Saison von Jelle Dierickx in Rheinsberg war geprägt von einer Mischung aus Bewährtem und Neuem. Er hat das Programm behutsam erweitert, ohne die Wurzeln der Institution zu vernachlässigen. „Es ist wichtig, die Tradition zu respektieren, aber gleichzeitig auch neue Wege zu gehen“, sagt Dierickx. Diese Balance sei entscheidend, um das Publikum zu begeistern und neue Besuchergruppen zu erschließen.

Besonders am Herzen liegt ihm die Zusammenarbeit mit jungen Künstlern. Die Landesakademie bietet Nachwuchstalenten eine Plattform, um sich zu präsentieren und zu entwickeln. Dierickx sieht darin eine der zentralen Aufgaben seiner Arbeit. „Wir haben hier die Möglichkeit, die nächste Generation von Opernsängern und Musikern zu fördern“, erklärt er. Diese Förderung sei nicht nur für die Künstler selbst wichtig, sondern auch für die Zukunft der Opernlandschaft insgesamt.

Premiere von Grétrys „Blaubart“

Ein Höhepunkt der ersten Saison ist die Premiere von Grétrys „Blaubart“. Das Stück, das im 18. Jahrhundert entstand, erzählt die Geschichte des berüchtigten Serienmörders, der seine Frauen umbringt. Dierickx hat sich für diese Produktion entschieden, weil sie thematisch aktuell ist und musikalisch fesselnd. „Blaubart ist ein Stoff, der die Menschen seit Jahrhunderten fasziniert“, sagt er. Die Inszenierung verspricht eine Mischung aus Spannung und musikalischer Eleganz.

Die Proben laufen bereits auf Hochtouren, und Dierickx ist zuversichtlich, dass die Premiere ein Erfolg wird. Er lobt die Arbeit des Ensembles und des Regieteams. „Die Zusammenarbeit ist hervorragend, alle sind mit vollem Engagement dabei“, berichtet er. Das Publikum darf sich auf eine Inszenierung freuen, die sowohl traditionelle Elemente als auch moderne Interpretationen vereint.

Rückblick und Ausblick

Blickt Dierickx auf sein erstes Jahr zurück, zeigt er sich zufrieden, aber auch nachdenklich. „Es war ein intensives Jahr mit vielen Höhen, aber auch einigen Herausforderungen“, resümiert er. Die Organisation eines solchen Betriebs sei komplex, und es brauche Zeit, um alle Abläufe zu optimieren. Doch die positive Resonanz des Publikums und die gute Zusammenarbeit mit dem Team motivieren ihn für die kommenden Aufgaben.

Für die Zukunft hat Dierickx große Pläne. Er möchte das Programm weiter ausbauen, neue Kooperationen eingehen und die Kammeroper noch stärker in der Region verankern. Auch die Nachwuchsförderung soll weiter ausgebaut werden. „Wir haben hier ein großes Potenzial, das wir noch besser nutzen können“, sagt er. Mit seiner Begeisterung und seinem Engagement ist er auf einem guten Weg, Rheinsberg zu einem noch lebendigeren Ort der Oper zu machen.

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