Hai-Alarm am Müggelsee: Haußmann im Zoo Palast
Hai-Alarm am Müggelsee: Haußmann im Zoo Palast

Berlin – Leander Haußmann kam mit der gesamten Familie in den Zoo Palast, und seine Schwester Iris trug eine besondere Haarspange: einen Hai. Passend zu seinem Film „Hai-Alarm am Müggelsee“, den der Regisseur 13 Jahre nach seiner Uraufführung erneut in der Reihe „Hauptrolle Berlin“ vorstellte, einer gemeinsamen Filmreihe von Zoo Palast und Berliner Morgenpost.

Eine Satire, geboren aus einem Tief

Die Satire ist urkomisch, entstand jedoch aus einem traurigen Anlass, wie Haußmann im Gespräch mit Kultur-Redakteur Peter Zander verriet. Zuvor hatte er den Großfilm „Hotel Lux“ mit einem riesigen Star-Ensemble gedreht, der 13 Millionen Euro kostete – und an den Kinokassen scheiterte. Haußmann traf das schwer. Sein Freund Sven Regener wollte ihn aus dem Tief holen und schlug einen gemeinsamen Film vor. So entstand „Hai-Alarm am Müggelsee“, an dem beide maßgeblich beteiligt waren: Sie schrieben gemeinsam das Drehbuch, führten beide Regie und spielten auch mit.

Zwei Bandleader am Set

Wie funktioniert das, wenn zwei kreative Köpfe den Ton angeben? Haußmann gestand verschmitzt, dass es von allem ein bisschen gab: „Eitel Eintracht oder Hauen und Stechen?“ – bis hin zum Wegrennen vom Set. Doch man kehrte auch wieder zurück. Bei der Drehbucharbeit waren die Rollen klar verteilt: Regener, auch Romanautor, saß an der Tastatur und gab sie nicht frei. Haußmann durfte szenisch gestalten. Beim Dreh war Improvisation, sonst bei Haußmann üblich, strikt untersagt.

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Vor der Kamera war Haußmann der ausgebildete Schauspieler, doch Regener stahl ihm die Schau, indem er sich einen komischen Bart anklebte. Haußmann erzählte dies mit einem echten Haifischgrinsen.

Stars und Gagenrückstellung

Auf die Frage, wie er all die Stars für seinen Film gewinnen konnte, holte Haußmann ebenfalls aus. Im Filmgeschäft gibt es das Unwort „Gagenrückstellung“: Schauspieler verzichten auf die Gage und werden erst am Gewinn beteiligt – „der dann meistens ausbleibt“. Stattdessen wird ein anderes Unwort eingeführt: Jeder wird als Executive Producer genannt. Auch „Hai-Alarm“ war an den Kinokassen kein Erfolg, die Schauspieler verdienten nichts. „Henry Hübchen fragt heute noch hie und da nach“, verriet Haußmann zur Freude des Publikums.

Kultstatus am Müggelsee

In Friedrichshagen am Müggelsee ist der Film Kult, quasi ein Nationalepos, und läuft seit Jahren erfolgreich. Umso aufgeregter ist Haußmann, wie der Film im „tiefen Westen“ wirkt, wo viele ihn noch nicht kennen. Der Katastrophenfilm, der in Wirklichkeit eine Satire auf deutsche Bürokratie ist, dient nicht nur als Metapher für das Desaster beim BER. Haußmann findet, der Film sei rückblickend auch eine hervorragende Metapher auf die Pandemie und den Umgang der Politik mit diesem unvorhersehbaren Ausnahmezustand. Selbst wer den Film kennt, schaut ihn mit diesem Interpretationsansatz noch einmal ganz anders.

Nächste Vorführung

In der Filmreihe folgt am 1. September das Drama „Die Fremde“ mit Regisseurin Feo Aladag, Produzent Benjamin Herrmann und Hauptdarstellerin Sibel Kekilli. Karten sind erhältlich.

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