Bonnie Tyler tot: Rockröhre mit rauchiger Stimme stirbt mit 75
Bonnie Tyler tot: Rockröhre stirbt mit 75

Die Rocksängerin Bonnie Tyler ist tot. Sie starb unerwartet im Alter von 75 Jahren in einem Krankenhaus in Portugal. Das gab ihre Familie auf ihrer offiziellen Website bekannt. Tyler lebte zuletzt an der Algarve.

Unerwarteter Tod nach Darmoperation

„Bonnie Tylers Familie und ihr Team sind zutiefst erschüttert, mitteilen zu müssen, dass Bonnie gestern Abend unerwartet in einem Krankenhaus in Portugal an den Folgen der Krankheit verstorben ist, wegen der sie behandelt wurde“, hieß es in dem Statement. Ende April musste die Sängerin in Faro am Darm operiert werden. Zuletzt lag sie über Wochen im künstlichen Koma, wurde zwischenzeitlich aber wieder wach.

Mit ihrer rauchigen Stimme und der blonden Mähne war Bonnie Tyler über 50 Jahre auf der Bühne. Sie veröffentlichte mehr als 80 Singles und 18 Studioalben. Ihr letztes Album „The Best Is Yet To Come“ erschien 2021. Im März 2026 stand sie zuletzt auf der Bühne. Für Mai war eine große Europa-Tournee mit 18 Konzerten in Deutschland geplant.

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Karrierestart dank Irrtum eines Talentsuchers

Ihre Karriere begann mit einem Irrtum. Der Londoner Talentsucher Roger Bell war nach Südwales gereist, um einen Jungen zu hören, der im Obergeschoss eines Clubs spielte. „Aber er kam im falschen Stockwerk rein und hat mich singen gehört“, erzählte Tyler 2021 im Interview der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Kurz darauf wurde sie nach London eingeladen und nahm 1976 ihre erste Single „Lost In France“ auf. Ein Jahr später wurde „It's A Heartache“ ein internationaler Hit.

Die gebürtige Waliserin hieß eigentlich Gaynor Hopkins. Sie legte den Namen ab, um Verwechslungen mit Sängerin Mary Hopkin zu vermeiden. „Ich bin die Zeitung durchgegangen und habe alle Vornamen und alle Nachnamen aufgeschrieben. Dann habe ich probiert, welche Kombination gut klingt“, sagte sie. „Lange Zeit dachten viele Leute, ich sei Amerikanerin. Aber ich bin definitiv Waliserin.“

Welterfolge mit Jim Steinman

Nach ersten Erfolgen mit Country-Rock wollte Tyler mehr in Richtung Rock gehen. Sie bestand bei ihrem neuen Plattenlabel auf eine Zusammenarbeit mit Jim Steinman, dem Songwriter von Meat Loaf. „Und der Rest ist Geschichte!“, sagte sie der dpa. Die Powerballade „Total Eclipse Of The Heart“ wurde ihr größter Hit, erreichte Platz 1 in Großbritannien und den USA und brachte ihr eine Grammy-Nominierung ein. Das Album „Faster Than The Speed of Night“ wurde ebenfalls ein großer Erfolg.

Von Steinman stammt auch „Holding Out For A Hero“, das 1984 im Kinofilm „Footloose“ zu hören war. Der theatralische Rocksong wurde zur Kulthymne und durfte bei keinem ihrer Konzerte fehlen.

Rätselhafter Misserfolg und Zusammenarbeit mit Dieter Bohlen

Warum ihr Album „Hide Your Heart“ (1988) kein Erfolg wurde, ist eines der großen Rätsel der Musikgeschichte. Starproduzent Desmond Child schrieb für Tyler „Save Up All Your Tears“, das aber erst als Coverversion von Robin Beck und dann von Cher erfolgreich wurde. Ihre Single „The Best“ wurde ein Jahr später ein Welthit für Tina Turner. In den 1990ern konzentrierte sich Tyler auf den europäischen Markt und arbeitete mit Dieter Bohlen zusammen, der drei Alben für sie produzierte. „Es hat Spaß gemacht, mit ihm zu arbeiten“, sagte sie.

2013 nahm sie für Großbritannien am Eurovision Song Contest teil. Mit „Believe in Me“ belegte sie den 19. Platz, fand das Erlebnis aber „wundervoll“.

Privatleben und Vermächtnis

Bonnie Tyler hinterlässt ihren Ehemann Robert Sullivan, einen ehemaligen britischen Judoka und Olympia-Teilnehmer. Das Paar war seit 1973 verheiratet. „Wir reisen überall zusammen hin“, sagte Tyler. „Er liebt das Reisen wahrscheinlich noch mehr als ich. Er steht gern an der Seite der Bühne und singt mit.“ Sie lebten abwechselnd in Wales und Portugal. Kinder hatten sie nicht.

Trotz ihrer rauchigen Stimme war Tyler Nichtraucherin. Dreimal pro Woche trainierte sie mit einem Stimmtrainer. Vor jedem Auftritt gönnte sie sich einen Schluck Jack Daniel's mit Red Bull. „Nur ein kleiner Schuss, das ist alles“, betonte sie. „Aber wenn ich von der Bühne komme und meine Show vorbei ist, dann mag ich gern Rotwein.“

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