Im Dortmunder Westfalenpark bekommt Donald Duck plötzlich ein außerirdisches Wesen vor die Linse. Was als bodenständige Reportage für den „Entenhausener Kurier“ beginnt, entwickelt sich zu einer turbulenten Radtour quer durch das Ruhrgebiet – vorbei an Industriekultur, grünen Parks und den berühmtesten Wahrzeichen des Potts.
Das neue „Micky Maus Magazin“ widmet sich in seiner aktuellen Ausgabe erstmals ausführlich der Metropolregion Ruhr. Entstanden ist das Heft in Kooperation mit der Ruhr Tourismus GmbH, die mit der ungewöhnlichen Aktion für die Region werben will. Die Wahl fiel dabei ausgerechnet auf Donald Duck, die wohl bekannteste Ente der Welt. „Donald Duck geht öfter auf Reisen, da wird es höchste Zeit, dass er sich das Ruhrgebiet mal ansieht“, sagt Axel Biermann von der Geschäftsführung der Ruhr Tourismus GmbH.
Donald passt aus Sicht der Macher perfekt ins Bild: Seine chaotische, aber stets gutherzige Art erinnert an das Klischee des Ruhrgebiets, das im Kern herzlich ist, auch wenn es mal etwas ruppiger zugeht.
Ein Alien jagt Donald durch den Westfalenpark
Die Geschichte beginnt mit einem großen Vorhaben: Donald soll als Reporter für den „Entenhausener Kurier“ eine Reportage über das Ruhrgebiet drehen – unaufgeregt, bodenständig, eben „Maloche“, wie man im Pott sagt. Der Begriff steht für die harte, ehrliche Arbeit, die das Ruhrgebiet über Jahrzehnte geprägt hat.
Doch aus der geplanten Wohlfühl-Reportage wird schnell nichts. Im Dortmunder Westfalenpark bekommt Donald ein Alien vor die Linse, und fortan ist er in einer abenteuerlichen Jagd durch die Region verwickelt.
Was folgt, ist eine actionreiche Tour durch die Metropole Ruhr. Die Route führt an Orten vorbei, die wie kaum andere für den Wandel und die Identität des Potts stehen:
- am Signal Iduna Park, dem Stadion des BVB,
- am Deutschen Bergbaumuseum in Bochum, das die Industriegeschichte bewahrt,
- an der Villa Hügel und der Zeche Zollverein in Essen – das ehemalige Zechengelände gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe,
- am Gasometer in Oberhausen, der heute als Ausstellungshalle dient,
- an der Skulptur Tiger & Turtle – Magic Mountain in Duisburg, einem Kunstwerk auf einer Bergehalde.
Schließlich gönnt sich der tollpatschige Erpel an einer Trinkhalle eine Pause, bevor die Panzerknacker für das nächste Chaos sorgen.
Die Trinkhalle, im Ruhrgebiet oft liebevoll „Bude“ genannt, ist mehr als nur ein Kiosk. Sie ist ein sozialer Treffpunkt, an dem Nachbarschaft gelebt wird. Dass Donald dort einkehrt, zeigt, wie dicht die Geschichte am Alltag des Potts erzählt ist.
Disney-Zeichnerin entdeckte den Pott per Google Maps
Gezeichnet hat die zehn Seiten umfassende Geschichte die Disney-Zeichnerin Cynthia L. Pineda aus Barcelona. Sie war für die Recherche allerdings nicht selbst im Ruhrgebiet unterwegs, sondern nutzte Google Maps. Straße für Straße lief sie die Städte digital ab, um sich die Perspektiven und Details für ihre Illustrationen zu erschließen.
Diese ungewöhnliche Vorbereitung zahlte sich aus. „Es ist ein ganz merkwürdiges, aber schönes Gefühl, jetzt hier zu sein“, sagte Pineda bei einem Pressetermin in Bochum. „Eigentlich erkenne ich alles wieder, obwohl ich vorher noch nie da war.“ Die Zeichnerin schaffte es so, die Orte mit hoher Genauigkeit wiederzugeben und zugleich in den typischen Donald-Universum-Stil zu übersetzen.
Jörg Risken, Verlagsleiter bei Egmont Ehapa Media, der das Micky Maus Magazin herausgibt, zeigt sich begeistert: „Das Ruhrgebiet bietet mit seiner einzigartigen Mischung aus imposanter Industriekultur, grünen Oasen und herzlicher Offenheit eine fantastische Kulisse für unsere Comic-Geschichten.“ Er nannte es eine „wunderbare Herausforderung“, diese Kulisse mit den Mitteln der Comic-Kunst umzusetzen.
Donald Duck war schon am Bodensee und in Nürnberg
Donald Duck ist kein Neuling in deutschen Gefilden. Bereits früher stattete die Ente dem Bodensee und dem Nürnberger Christkindlesmarkt einen Besuch ab. Mit dem Ruhrgebiet kommt nun ein Schauplatz hinzu, der durch seine industrielle Vergangenheit und den Strukturwandel eine ganz eigene Faszination ausübt.
Für die Ruhr Tourismus GmbH dürfte die Aktion auch strategisch wertvoll sein: Das Micky Maus Magazin erscheint nicht nur in Deutschland, sondern auch in anderen Ländern. Über die Comics könnte die Region so internationale Aufmerksamkeit bekommen – und das völlig ohne klassische Werbung.
Ab 31. Juli im Handel – auch international
Das „Micky Maus Magazin“ mit Donald Duck im Ruhrgebiet ist ab dem 31. Juli erhältlich. In Deutschland kostet das Heft 5,99 Euro, in Österreich 6,50 Euro und in der Schweiz 11,90 Franken. Nach Angaben des Verlags soll die Ausgabe auch in Skandinavien sowie möglicherweise in den Niederlanden und Frankreich veröffentlicht werden.



