Die Hamburger Goldkehlchen haben die Musikwelt auf den Kopf gestellt: Ein Männerchor, in dem keiner singen kann, füllt die größten Bühnen Deutschlands und bricht Rekorde. Jetzt erzählt „Spiegel“-Bestseller-Autor Lars Haider in seinem Buch „Die Hamburger Goldkehlchen – Wir haben nie behauptet, dass wir singen können“ die Geschichte dieser außergewöhnlichen Erfolgsgeschichte.
Vom Karaoke-Club in die Elbphilharmonie
Die Idee entstand 2016 nach einer langen Nacht in einem Karaoke-Club: Die Freunde Flemming Pinck und Max Michel beschlossen, einen Männerchor zu gründen – mit dem Motto „70 Mann, ein Chor, keiner kann singen.“ Schon nach der dritten Probe musste ein Aufnahmestopp verhängt werden, weil sich Hunderte bewarben. Der Chor wuchs schnell und eroberte immer größere Bühnen: vom Stadtpark über die Barclays Arena bis zur Elbphilharmonie.
Das Konzert in der Barclays Arena 2025 war mit 15.000 Fans nach 76 Minuten ausverkauft. Doch das große Ziel blieb die Elbphilharmonie. Jahrelang schrieben die Goldkehlchen E-Mails, aktivierten Kontakte und demonstrierten sogar mit Schildern vor dem Konzerthaus: „Kann nicht singen, darf ich trotzdem?“ Am 17. Dezember 2025 war es schließlich so weit: Ihr Konzert wurde zum am schnellsten ausverkauften Konzert in der Geschichte der Elbphilharmonie.
Die Menschen hinter dem Chor
Haider, Chefredakteur des Hamburger Abendblatts, begleitete den Chor fast ein Jahr lang bei Proben und hinter den Kulissen. Sein Buch porträtiert die Menschen hinter der Musik: Janni, den Kanu-Polo-Weltmeister, der in der letzten Reihe steht und mit seinen Armen dirigiert. Stocki, der früher aus mehreren Chören ausgeschlossen wurde und bei den Goldkehlchen einen Solopart erhielt. Und Markus Tiedemann, der einst 70 Schnellhefter mit Liedtexten füllte und heute Geschäftsführer der Hamburger Goldkehlchen Entertainment GmbH ist.
Flemming Pinck, Präsident und Unternehmer, überzeugt Menschen davon, dass das Unmögliche nur noch nicht ausprobiert wurde. Chorleiter Paul Jungeblodt, anfangs skeptisch, erkannte schnell: „So viel Liebe und Inbrunst habe ich bei einem Chor selten erlebt.“ Der Erfolg zeigt sich auch in der Musik: „Moin Moin Hamburg“ wurde zur inoffiziellen Hymne der Stadt und erreichte Platz eins bei iTunes.
Rekorde und ein letztes Konzert
Die Goldkehlchen haben mit den größten Stars gemeinsam, dass sie im Hamburger Volksparkstadion ausverkauft spielten – wie Michael Jackson, Bruce Springsteen, Beyoncé und Taylor Swift. Beim Vorverkaufsstart für das Konzert am 26. September 2026 waren 25.000 Menschen in der Warteschlange, bevor der offizielle Vorverkauf begann. Im Laufe des Tages wurden 36.000 Tickets verkauft. Das Konzert vor mehr als 50.000 Fans wird das letzte in der Geschichte der Goldkehlchen sein, wie Flemming und Markus bereits im Oktober 2024 ankündigten.
Das Buch enthält ein Vorwort von Julia Becker, Verlegerin der Funke Mediengruppe, und ein Nachwort von Dr. Peter Tschentscher, Erster Bürgermeister Hamburgs. Lars Haider, seit 2011 Chefredakteur des Hamburger Abendblatts, hat bereits über Olaf Scholz, Markus Lanz und die Sprache in der Politik geschrieben. Seine Krimi-Reihe um Lukas Hammerstein wurde gefeiert. Haider selbst kann überhaupt nicht singen – passend zu seinem Thema.



