Historische Orgel aus Köln findet neue Heimat im Kloster Lehnin
Historische Orgel aus Köln im Kloster Lehnin

Eine historische Orgel, die ursprünglich für eine Kirche in Köln gebaut wurde, hat im Kloster Lehnin in Brandenburg eine neue Heimat gefunden. Das Instrument wurde nach aufwendiger Restaurierung durch die Dresdner Werkstatt von Kristian Wegscheider feierlich eingeweiht. Wegscheider, einer der wenigen spezialisierten Orgelbauer in Deutschland, erläutert im Interview die Besonderheiten des Instruments und die Philosophie seines Handwerks.

Einzigartige Klangfarbe und Bauweise

Die Orgel stammt aus dem 19. Jahrhundert und wurde von der Kölner Orgelbaufirma Walcker gebaut. Sie zeichnet sich durch eine romantische Klangfarbe aus, die sich deutlich von den barocken Instrumenten unterscheidet. „Je besser eine Orgel ist, umso weniger J. S. Bach müssen Sie spielen“, sagt Wegscheider. Das Instrument sei ideal für Werke von Komponisten wie Max Reger oder César Franck. Die Restaurierung dauerte mehrere Monate und erforderte höchste Präzision, um den Originalzustand zu bewahren.

Herausforderungen der Restaurierung

Die Orgel war nach dem Zweiten Weltkrieg mehrfach umgebaut worden und hatte dabei viel von ihrem ursprünglichen Charakter verloren. Wegscheiders Team musste zahlreiche Veränderungen rückgängig machen und fehlende Teile rekonstruieren. „Wir haben historische Materialien verwendet, um die Klangtreue zu gewährleisten“, erklärt der Orgelbauer. Die Pfeifen wurden einzeln gereinigt und gestimmt, die Mechanik neu justiert. Insgesamt wurden über 1.000 Pfeifen bearbeitet.

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Bedeutung für Kloster Lehnin

Das Kloster Lehnin, ein ehemaliges Zisterzienserkloster aus dem 12. Jahrhundert, beherbergt nun ein Instrument von überregionaler Bedeutung. Die Orgel bereichert das kulturelle Angebot der Region und wird für Konzerte und Gottesdienste genutzt. „Diese Orgel ist ein Schatz für die musikhistorische Landschaft Brandenburgs“, so Wegscheider. Die Einweihung fand im Beisein von rund 200 Gästen statt, darunter Vertreter der Kirchenmusik und lokale Politiker.

Orgelbau in Deutschland: Eine Nische mit Tradition

In Deutschland gibt es noch mindestens 350 Orgelbaufirmen, aber nur wenige sind auf historische Instrumente spezialisiert. Wegscheiders Werkstatt in Dresden gehört zu den renommiertesten. „Die Nachfrage nach Restaurierungen ist groß, denn viele Kirchen besitzen wertvolle Orgeln, die gepflegt werden müssen“, sagt er. Sein Betrieb beschäftigt 16 Mitarbeiter und hat eine gute Auftragslage. Die Spezialisierung auf historische Orgeln erfordert umfangreiches Wissen über Materialien, Bauweisen und historische Klangideale.

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