In Berlin-Mariendorf, im äußersten Südwesten der Stadt, verbirgt sich ein gigantisches Kunstdepot, das kaum jemand kennt. In einem schlichten Backsteinbau, erreichbar über eine Laderampe, befindet sich auf 14.000 Quadratmetern das Archiv der Sozialen Künstlerförderung. Die Geschichte des Gebäudes reicht bis in den Zweiten Weltkrieg zurück, als die Askania Werke hier Navigationsgeräte für die Rüstungsindustrie fertigten, unter anderem durch Zwangsarbeiter. Nach 1945 nutzte Schindler die Halle für den Fahrstuhlbau, heute haben sich Start-ups in den Nebengebäuden angesiedelt.
Ein Schatz im Verborgenen
Bis 2027 sollen alle 15.000 Werke inventarisiert sein, die der Berliner Senat einst in Auftrag gab. Das Depot beherbergt Kunstwerke aus verschiedenen Jahrzehnten, die im Rahmen der sozialen Künstlerförderung entstanden sind. Ein Open House am 15. Mai 2025 machte den Fundus erstmals der Öffentlichkeit zugänglich. Interessierte konnten hinter die Kulissen blicken und die Vielfalt der Sammlung entdecken.
Neue Wege für das Archiv
Das Depot muss jedoch ausziehen. Bis 2027 soll das Archiv umziehen, der genaue Standort ist noch offen. Die Inventarisierung läuft auf Hochtouren, um die Werke zu katalogisieren und für die Nachwelt zu bewahren. Das Open House war ein erster Schritt, um auf den kulturellen Schatz aufmerksam zu machen, der lange im Verborgenen lag.
Die Soziale Künstlerförderung des Senats unterstützt seit Jahrzehnten Künstlerinnen und Künstler in Berlin. Die Werke im Depot spiegeln die künstlerische Entwicklung der Stadt wider. Mit der Öffnung des Archivs wird ein Stück Berliner Kulturgeschichte sichtbar. Besucherinnen und Besucher zeigten sich begeistert von der Fülle und Qualität der Arbeiten.
Zukunft des Depots
Die Zukunft des Depots ist ungewiss, aber die Verantwortlichen sind optimistisch. Die Inventarisierung schafft die Grundlage für eine mögliche öffentliche Nutzung. Vielleicht wird das Depot eines Tages ein Museum oder ein Ausstellungsraum. Das Open House war jedenfalls ein voller Erfolg und weckte das Interesse an der verborgenen Kunstsammlung.



