Berlin. Ein Mann nimmt Abschied: Nach 30 Jahren hat Jürgen Kuttner zum letzten Mal an der Volksbühne seine Videoschnipsel präsentiert. Der Abend stand unter dem Motto „Drei, zwei, eins, Stille“. Seit 1996 zeigte der Kulturwissenschaftler seine kuriosen Filmfunde aus aller Welt. Das Publikum erlebte eine letzte Reise durch skurrile Filmausschnitte, Werbespots und Nachrichtenbeiträge. Kuttner selbst blieb dabei seinem Stil treu: lakonisch, humorvoll und mit einem Hauch Wehmut. Die Vorstellung war bereits im Vorfeld ausverkauft. Viele Besucher kamen, um sich von einem Stück Berliner Kulturgeschichte zu verabschieden. Kuttner hatte über die Jahre eine treue Fangemeinde aufgebaut. Seine Videoschnipsel-Abende waren Kult. Nun endet diese Ära.
Ein Abschied mit Stille
Der letzte Abend begann mit einem Countdown: „Drei, zwei, eins, Stille“. Dann liefen die letzten Schnipsel über die Leinwand. Kuttner kommentierte wie gewohnt trocken und pointiert. Es gab Lacher, aber auch Momente der Stille. Zum Schluss bedankte er sich beim Publikum und der Volksbühne. Die Zuschauer applaudierten minutenlang. Kuttner winkte kurz und verließ die Bühne. Einige Fans hatten Tränen in den Augen.
30 Jahre voller Kuriositäten
Seit 1996 präsentierte Kuttner seine Funde. Er durchforstete Archive, Flohmärkte und das Internet nach vergessenen Filmperlen. Seine Shows waren eine Mischung aus Kunst, Klamauk und Zeitgeschichte. Viele Berliner verbinden mit seinen Abenden prägende Kulturerlebnisse. Die Volksbühne war dafür der perfekte Ort. Nun geht eine Ära zu Ende. Doch die Erinnerungen bleiben.



