Lili Marleen: Lale Andersen und die berühmteste Laterne der Welt
Lili Marleen: Lale Andersen und die berühmteste Laterne

Die Laterne, die das Lied „Lili Marleen“ unsterblich machte, steht im Mittelpunkt einer neuen Ausstellung in Berlin. Die Schau im Museum für Kommunikation widmet sich der Sängerin Lale Andersen und dem berühmtesten Soldatenlied des Zweiten Weltkriegs. Die Ausstellung trägt den Titel „Lili Marleen – Eine Laterne macht Geschichte“ und ist ab dem 15. März 2024 zu sehen.

Die Geschichte hinter dem Welthit

Das Lied „Lili Marleen“ wurde 1938 von Hans Leip geschrieben und von Norbert Schultze vertont. Lale Andersen, die 1905 in Bremerhaven geboren wurde, machte es 1939 mit ihrer Interpretation zum Welthit. Die Geschichte der Laterne, die im Lied besungen wird, ist eng mit der Sängerin verbunden. Die Laterne stand ursprünglich vor der Berliner Kaserne der Garde du Corps und wurde nach dem Krieg abgebaut. Jahrzehntelang galt sie als verschollen, bis sie 2022 in einem Lagerhaus in Brandenburg wiederentdeckt wurde.

Die Ausstellung zeigt die Laterne erstmals öffentlich. Sie ist das zentrale Exponat und wird von historischen Dokumenten, Fotografien und Tondokumenten begleitet. „Die Laterne ist ein Symbol für die Sehnsucht und die Tragik des Krieges“, sagte Kuratorin Dr. Maria Müller. „Sie steht für die unzähligen Liebespaare, die durch den Krieg getrennt wurden.“

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Lale Andersens bewegtes Leben

Lale Andersen, bürgerlich Liese-Lotte Helene Berta Bunnenberg, erlebte während des Nationalsozialismus Höhen und Tiefen. Sie wurde von den Nazis zunächst gefeiert, dann aber wegen angeblicher Kontakte zu Juden und Ausländern überwacht. 1942 versuchte sie, in die Schweiz zu fliehen, wurde aber verhaftet und später wieder freigelassen. Nach dem Krieg trat sie weiter auf und starb 1972 in Wien. Die Ausstellung beleuchtet auch ihre Karriere nach 1945 und ihren Einfluss auf die Musikgeschichte.

„Lale Andersen war eine der ersten deutschen Sängerinnen, die international erfolgreich war“, erklärte die Kuratorin. „Ihr Lied wurde von Soldaten auf beiden Seiten des Krieges gehört und gab ihnen ein Stück Normalität im Grauen des Alltags.“ Die Schau zeigt auch seltene Aufnahmen und persönliche Gegenstände der Sängerin, darunter ihr berühmtes Kleid aus den 1940er Jahren.

Die Wiederentdeckung der Laterne

Die Laterne, die fast 80 Jahre als verschollen galt, wurde von einem Historikerteam in einem Lagerhaus in der Nähe von Potsdam entdeckt. Sie war stark beschädigt und musste aufwendig restauriert werden. Die Restaurierungskosten beliefen sich auf rund 50.000 Euro, die durch Spenden und öffentliche Mittel finanziert wurden. Die Laterne ist nun wieder in einem Zustand, der dem Original nahekommt.

„Die Laterne ist ein Stück lebendige Geschichte“, sagte Museumsdirektor Prof. Dr. Klaus Schmidt. „Sie erinnert uns daran, wie Musik und Kultur selbst in dunkelsten Zeiten Trost spenden können.“ Die Ausstellung ist bis zum 30. September 2024 geöffnet und wird von einem umfangreichen Begleitprogramm mit Vorträgen, Konzerten und Führungen ergänzt.

Bedeutung des Liedes heute

„Lili Marleen“ ist bis heute eines der bekanntesten deutschen Lieder weltweit. Es wurde von Künstlern wie Marlene Dietrich, Tom Waits und vielen anderen gecovert. Die Ausstellung zeigt, wie das Lied in verschiedenen Kontexten interpretiert wurde und welche Bedeutung es für die Erinnerungskultur hat. „Es ist ein Lied über die Sehnsucht nach Frieden und Liebe“, so Dr. Müller. „Das macht es zeitlos.“

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