Die Kultkomödie „Natürlich blond“ kehrt zurück: Amazon plant eine Prequel-Serie, die die Vorgeschichte der ikonischen Figur Elle Woods erzählt. Gespielt von Reese Witherspoon wurde Elle Woods 2001 zu einer Vorreiterin des Girlboss-Feminismus. Doch Kritiker fragen sich, ob der Charme der Figur heute noch verfängt – oder ob es sich um einen Etikettenschwindel handelt.
Elle Woods: Außenseiterin unter Außenseiterinnen
Elle Woods, konzipiert als lebende Barbie, wechselte in „Natürlich blond“ aus ihrem unbeschwerten Leben zum Jura-Studium nach Harvard, um ihren Ex zurückzuerobern. 2001 passte sie nicht in gängige Erzählungen über Teenie-Aufsteigerinnen, die als hässliche Entlein („Eine wie keine“), schüchterne Bücherwürmer („Ungeküsst“) oder sture Eselinnen („Zehn Dinge, die ich an dir hasse“) zu ihren Heldinnenreisen aufbrachen. Mit ihrer ausgestellten Oberflächlichkeit hätte sie in diesen Geschichten eher als Antagonistin oder Nebenfigur getaugt.
Der Girlboss-Feminismus der frühen 2000er
Der Film wurde zum Symbol einer Ära, in der Feminismus oft mit individuellem Erfolg gleichgesetzt wurde. Elle Woods bewies, dass man auch mit pinken Outfits und Chihuahua Jura studieren kann. Doch die neue Serie muss sich fragen lassen, ob dieses Bild heute noch zeitgemäß ist. Die Debatte um Feminismus, Diversität und Inklusion hat sich seit 2001 grundlegend gewandelt.
Eine Serie mit Fallstricken
Die Ankündigung der Serie stößt auf gemischte Reaktionen. Befürworter sehen die Chance, die Figur in einem neuen Licht zu zeigen und ihre Geschichte zu vertiefen. Kritiker befürchten eine veraltete Botschaft. „Es ist ein schmaler Grat zwischen Nostalgie und einem veralteten Frauenbild“, kommentiert eine Medienwissenschaftlerin. Die Serie müsse zeigen, dass Elle Woods mehr ist als nur eine blonde Karikatur.
Fazit: Brauchen wir Elle Woods 2024?
Ob die Serie den Spagat zwischen modernen Ansprüchen und dem Charme des Originals schafft, bleibt abzuwarten. Sicher ist: Elle Woods polarisiert auch 23 Jahre später noch. Die Vorfreude auf die Serie ist groß, aber die Erwartungen an eine zeitgemäße Erzählung sind es auch.



