Ab dem 4. Juli 2026 präsentiert das Museum Barberini in Potsdam die Ausstellung „Symphonie der Farben. Paul Signac und der Neoimpressionismus“. Gezeigt werden knapp 100 Werke des Neoimpressionismus, darunter zahlreiche Gemälde von Paul Signac sowie Arbeiten von 17 weiteren Künstlerinnen und Künstlern. Die Schau ist eine Kooperation mit der Kunsthal Rotterdam und läuft bis zum 11. Oktober 2026 in Potsdam, bevor sie vom 24. Oktober 2026 bis 28. Februar 2027 in Rotterdam zu sehen ist.
Feuerwerk der Farben: Was den Neoimpressionismus ausmacht
„Ein Feuerwerk der Farben“ – so beschreibt Ortrud Westheider, Direktorin des Museums Barberini, den Neoimpressionismus. Mitte der 1880er-Jahre führten Paul Signac und Georges Seurat diese Malweise ein, die den Impressionismus weiterentwickelte. Statt mit Pinselstrichen malten sie mit Punkten, mal fein, mal gröber, um die Leuchtkraft von Licht, Farbe und Atmosphäre einzufangen. „Sie haben nicht gegen den Impressionismus gearbeitet, sondern sie sind weitergegangen in ihrer Generation, haben etwas hinzugefügt“, erklärt Westheider. „Sie haben mehr gezeichnet, mehr konstruiert vielleicht, aber ihre Werke sind an denselben Landschaften entstanden, an denselben Orten.“
Paul Signac: Wortführer und Vermittler der Bewegung
Nach dem frühen Tod von Seurat wurde Signac zum Vermittler und Wortführer des Neoimpressionismus. „Diese ganze Punkttechnik ist wirklich nur Mittel zum Zweck“, betont Kuratorin Nerina Santorius. Signac habe stets betont, dass es ihm um maximale Leuchtkraft und Harmonie in seinen Bildern gehe – erreicht durch die Kombination von Komplementärfarben. Seine Urenkelin Charlotte Cachin, die zur Eröffnung anreiste, beschrieb Signac als „sehr starke Persönlichkeit, sehr enthusiastisch, spontan und sehr, sehr kommunikativ“. Viele seiner Werktitel enthalten Begriffe aus der klassischen Musik, da Signac die Musik liebte.
Segeln und Malen: Ein Porträt von Signac
Signac war auch ein leidenschaftlicher Segler. Ein Porträt von Théo van Rysselberghe aus dem Jahr 1896 zeigt ihn am Steuer seines Bootes Olympia – sein Kopf im Zentrum des Bildes symbolisiert seine führende Rolle im Neoimpressionismus. Das Gemälde ist Teil der Ausstellung.
Künstlerinnen im Fokus: Jeanne Selmersheim-Desgrange
Erstmals wird auch Jeanne Selmersheim-Desgrange, Signacs zweite Partnerin, als Künstlerin gewürdigt. Die Ausstellung zeigt ein Porträt und ein Spielzeug-Stillleben von ihr. „Künstlerinnen wie sie sind in der Kunstgeschichte oft unerwähnt geblieben“, so Kuratorin Santorius.
Ein Tag an der Côte d'Azur in Potsdam
Mehr als ein Drittel der fast 100 Werke stammen von Signac, darunter Leihgaben aus internationalen Museen. Die Schau beleuchtet seine zentrale Rolle im Neoimpressionismus – es ist die erste umfassende Signac-Ausstellung in Deutschland seit 30 Jahren. Direktorin Westheider verspricht: „Ich glaube, man kann gut Urlaub hier machen, denn es ist ein Tag an der Côte d'Azur in Potsdam.“



