In seiner neuesten Kolumne bei BILD wendet sich Harald Martenstein (72) direkt an den Regisseur Christopher Nolan. Anlass ist dessen Film „Die Odyssee“, der bei Freunden des Schwertkampfs offenbar gut ankommt. Doch Martenstein hat kritische Anmerkungen zur Besetzung: „Manche kritisieren, dass es bei Ihnen unter den Griechen, die Troja erobern, schwarze Schauspieler gibt.“ Auch die schöne Helena, um die der Krieg entbrennt, wird von einer schwarzen Schauspielerin gespielt.
Historische Ungenauigkeiten und moderne Quoten
Martenstein spart nicht mit ironischen Vergleichen: „Schwarze Griechen waren in der Antike etwa so verbreitet wie heute die Löwen im Berliner Umland.“ Ähnlich selten seien damals Ladesäulen für E-Autos, Frauenbeauftragte und Bioläden gewesen. Der Kolumnist zeigt Verständnis für Nolans Zwangslage: „Ich weiß, Mister Nolan, sie mussten das tun.“ In Hollywood gelten sogenannte „Vielfaltsvorgaben“ – Quoten für Mitarbeiter aus „marginalisierten Gruppen“. Wer diese Quoten nicht erfülle, bekomme Probleme.
Ironie der sexuellen Vielfalt
Besonders stößt Martenstein auf, dass die antiken Griechen in sexueller Hinsicht fortschrittlich waren: „Bei den weißen alten Griechen war es okay, schwul zu sein oder bi. In sexueller Hinsicht herrschte tatsächlich Buntheit und Vielfalt.“ Gerade der „Odyssee“-Film hätte sich daher für eine Neuinterpretation angeboten. Martenstein fragt provokant: „War das trojanische Pferd in Wahrheit ein Darkroom?“ Schwule Griechen wären historisch korrekt gewesen, doch das hätte womöglich Probleme mit der Altersfreigabe verursacht.
Ein harter Job für Nolan
Der Kolumnist resümiert mit einem Augenzwinkern: „Es gibt so vieles, worauf man achten muss. Sie haben einen harten Job, Mister Nolan.“ Martenstein, der täglich für BILD schreibt, bleibt damit seiner Linie treu, gesellschaftliche Entwicklungen kritisch zu hinterfragen. Seine Kolumne erscheint am 4. August 2026 und richtet sich an alle, die über den Umgang mit Diversität in der Filmbranche diskutieren möchten.



