Das Welterbekomitee der Unesco hat auf seiner 48. Tagung im südkoreanischen Busan einstimmig beschlossen, die 'Erweiterte Region des Olymp' in die Liste des Weltkultur- und Naturerbes aufzunehmen. Das teilte das griechische Kulturministerium mit. Mit der Auszeichnung würdigt die Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft und Kultur den Olymp als Stätte von außergewöhnlichem universellem Wert – sowohl wegen seiner einzigartigen Natur als auch wegen seiner herausragenden Rolle in der Kultur- und Geistesgeschichte.
Einstimmiger Beschluss in Busan
Der knapp 3000 Meter hohe Berg gilt seit Jahrtausenden als mythischer Sitz der Götter und ist eines der bekanntesten Wahrzeichen Griechenlands. Der Legende nach herrschte dort Zeus, der 'Vater der Götter', gemeinsam mit den anderen zwölf olympischen Göttern. Tausende Touristen besteigen jährlich den Berg, um die einmalige Aussicht zu genießen und die mythologische Atmosphäre zu erleben.
Ein Berg von universellem Wert
Die griechische Kulturministerin Lina Mendoni sprach von einem 'historischen Tag' für Griechenland. Der Welterbe-Titel sei eine internationale Anerkennung für den Schutz und die nachhaltige Bewahrung eines Ortes, der wie kaum ein anderer für die griechische Geschichte und Mythologie stehe. Die Bewerbung um den Status war bereits 2014 gestartet worden.
Ökologische Bedeutung des Olymp
Ökologisch gehört der Olymp zu den bedeutendsten Landschaften Europas. Das Gebirge beherbergt fast 2000 Pflanzenarten, darunter zahlreiche Endemiten, die ausschließlich dort vorkommen. Seltene Greifvögel, Braunbären und die größte griechische Population von Wildziegen finden dort ebenfalls einen geschützten Lebensraum. Die einzigartige Biodiversität war ein entscheidender Faktor für die Anerkennung als gemischtes Kultur- und Naturerbe.
Investitionen in den Schutz
Nach Angaben der griechischen Regierung sollen mehr als zehn Millionen Euro in den Schutz der Region, eine bessere Besucherlenkung und eine nachhaltige Entwicklung fließen. Geplant sind unter anderem die Renaturierung von Wanderwegen, die Einrichtung von Besucherzentren und Maßnahmen gegen Umweltbelastungen durch den Tourismus. Die Mittel stammen aus nationalen und EU-Töpfen.
Weitere Neuaufnahmen in die Welterbeliste
Zuvor waren bereits die Waldsiedlung Zehlendorf im Südwesten Berlins und die D-Day-Landungsstrände in der Normandie in die Unesco-Welterbeliste aufgenommen worden. Die Waldsiedlung Zehlendorf, ein Ensemble der Berliner Moderne, wurde als herausragendes Beispiel für den sozialen Wohnungsbau der 1920er Jahre gewürdigt. Die D-Day-Strände in der Normandie erinnern an die alliierte Landung im Zweiten Weltkrieg und stehen nun als Stätte des Gedenkens und des Friedens auf der Liste.



