Norris beendet Pole-Position-Fluch in Ungarn
Fünf Jahre lang war der Pole-Setter in Ungarn chancenlos – nun durchbricht Lando Norris (26) den Fluch und gewinnt den Großen Preis von Ungarn 2026. Der McLaren-Pilot setzte sich souverän gegen die Konkurrenz durch und holte seinen zweiten Saisonsieg. Hinter ihm komplettierten Max Verstappen (Red Bull) und Kimi Antonelli (Mercedes) das Podium. Für Audi-Pilot Nico Hülkenberg gab es im elften Rennen für die Ingolstädter die ersten zwei Punkte mit Platz neun.
Das Rennen war geprägt von dramatischen Wendungen, vor allem bei Ferrari. Obwohl die Roten über das gesamte Wochenende das schnellste Auto hatten, verspielten sie ein Top-Ergebnis durch schwache Starts, eine miserable Strategie und eine nachträgliche Strafe. Am Ende standen nur die Plätze vier und fünf zu Buche – trotz der Pace des SF-25.
Startchaos: Leclerc verliert Positionen
Als die Ampeln erloschen, erwischte Charles Leclerc einen schlechten Start. Max Verstappen, Oscar Piastri und Lewis Hamilton zogen sofort vorbei. Piastri übernahm sogar die Führung, weil Norris sich in Kurve zwei verbremste. Der Australier nutzte die Lücke eiskalt und schlüpfte innen vorbei. Dahinter biss sich Hamilton trotz weicherer Reifen an Verstappen die Zähne aus. George Russell erlebte ein Debakel: Der Mercedes-Star kam gar nicht weg und fiel bis auf Rang 18 zurück.
McLaren konnte das Tempo vorne diktieren, ein Doppelsieg schien möglich – doch die Saison des Weltmeisterteams verlief bislang von Pleiten, Pech und Pannen geprägt. Und dieses Muster setzte sich fort.
Hamilton als erster Boxenstopp – Verstappen kontert
Ferrari holte Hamilton bereits in Runde 14 an die Box, um Verstappen zu undercutten. Red Bull reagierte sofort und stoppte Verstappen ebenfalls. Der Plan ging kurz auf: Verstappen kam knapp hinter Hamilton zurück – doch nur für eine Runde. Dann schnappte sich der Weltmeister Hamilton mit einem sensationellen Überholmanöver und holte sich seinen Platz zurück. „Das Auto ist totaler Dreck“, funkte Verstappen später, obwohl er Platz zwei sicherte.
Die Spitzengruppe bestand nun aus Piastri, Norris, Verstappen, Hamilton, Leclerc und dem aufkommenden Antonelli. Ein Sechskampf deutete sich an.
Überrundungs-Eklat um Sainz – Piastris Getriebeschaden
In Runde 30 absolvierte Hamilton seinen zweiten Stopp – erneut als erster Pilot der Spitzengruppe. Piastri folgte. Der Aufreger ereignete sich in Runde 39: Piastri wollte Carlos Sainz im Williams überrunden, doch der Spanier schlief komplett. Es kam zur Berührung. Der Australier schimpfte am Funk: „Geh mir aus dem Weg, du verdammter Idiot.“ Erst rund 30 Sekunden später realisierte Sainz die Situation und ließ Piastri vorbei.
Doch das Pech für Piastri war nicht vorbei. Nach seinem Boxenstopp kam Norris hauchdünn vor ihm zurück auf die Strecke, setzte sich sofort ab und fuhr ungefährdet zum Sieg. Der McLaren-Doppelsieg blieb aus: In Runde 56 wurde Piastri plötzlich langsam. Ein Konkurrent nach dem anderen zog vorbei – Getriebeschaden, Feierabend. Noch 20 Minuten zuvor hatte er wie der sichere Sieger ausgesehen.
Ferrari versaut Hamiltons Podium – Strafe und schlechte Strategie
Während eines virtuellen Safety-Cars kamen Norris und Hamilton noch einmal an die Box. Norris blieb souverän vorne. Hamilton dagegen fiel von Platz zwei auf Rang vier zurück – hinter Verstappen und Antonelli. Wieder einmal schadete sich Ferrari mit der Strategie selbst. Zusätzlich kassierte Hamilton eine Fünf-Sekunden-Strafe wegen zu schnellen Fahrens in der Boxengasse. Das sicher geglaubte Podium war endgültig futsch. Leclerc und Hamilton wurden Vierter und Fünfter – eine bittere Ausbeute für die Scuderia.
Hülkenberg jubelt: Erste Punkte für Audi
Bessere Laune herrschte im Audi-Lager. Nico Hülkenberg holte im elften Rennen für die Ingolstädter seine ersten Punkte. Mit Platz neun sicherte er sich zwei WM-Zähler. Teamkollege Gabriel Bortoleto wurde Elfter. „Es ist ein starkes Zeichen für das Team“, sagte Hülkenberg nach dem Rennen. Audi kämpft weiter um den Anschluss an das Mittelfeld.
Das Endergebnis des Großen Preises von Ungarn 2026
1. Lando Norris (McLaren), 2. Max Verstappen (Red Bull), 3. Kimi Antonelli (Mercedes), 4. Charles Leclerc (Ferrari), 5. Lewis Hamilton (Ferrari), 6. Isack Hadjar (Red Bull), 7. George Russell (Mercedes), 8. Liam Lawson (Racing Bulls), 9. Nico Hülkenberg (Audi), 10. Arvid Lindblad (Racing Bulls), 11. Gabriel Bortoleto (Audi), 12. Pierre Gasly (Alpine), 13. Lance Stroll (Aston Martin), 14. Fernando Alonso (Aston Martin), 15. Franco Colapinto (Alpine), 16. Esteban Ocon (Haas), 17. Oliver Bearman (Haas), 18. Alexander Albon (Williams), 19. Carlos Sainz (Williams), 20. Oscar Piastri (McLaren). Ausfälle: Sergio Perez (Cadillac), Valtteri Bottas (Cadillac).



