Der rund 1,90 Meter große, 27 Jahre alte Linus Weber freut sich: Er ist jetzt Namenspate für einen ebenfalls rund 1,90 Meter großen, zwei Monate alten Giraffenbullen im Berliner Tierpark. Bei einem Pressetermin vor wenigen Tagen erklärte er: „Ich bin kein Tierexperte. Aber ich finde es immer spannend, neue Dinge zu lernen.“ Die anwesenden Journalisten titelten daraufhin: „Begegnung auf Augenhöhe“.
Wer bekommt eine Patenschaft?
Influencer, Politiker und Reality-TV-Stars – die Berliner Zoos verteilen die Patenschaften ihrer Tierbabys großzügig. Doch allein die Kriterien bleiben unklar. Eine Spurensuche zeigt, dass oft Prominenz und Medienpräsenz entscheiden, wer einem jungen Tier seinen Namen geben darf. Dabei geht es nicht nur um finanzielle Unterstützung, sondern auch um Imagepflege und öffentliche Aufmerksamkeit.
Linus Weber als Beispiel
Linus Weber, bekannt aus sozialen Netzwerken, ist kein Einzelfall. Viele Paten haben wenig bis gar keine Erfahrung mit Tieren. Dennoch erhalten sie die Ehre, einem Tierbaby ihren Namen zu verleihen. Der Tierpark Berlin verfolgt damit offenbar das Ziel, durch prominente Paten mehr Besucher anzulocken und Spenden zu generieren.
- Prominente Paten: Sie bringen Medieninteresse und Reichweite.
- Undurchsichtige Auswahl: Offizielle Kriterien werden nicht veröffentlicht.
- Kritik: Tierschützer bemängeln die Vermenschlichung der Tiere.
Die Suche nach Transparenz
Eine Anfrage bei der Zoo-Verwaltung blieb bisher unbeantwortet. Klar ist: Die Patenschaften sind ein beliebtes Marketinginstrument. Ob dies dem Wohl der Tiere dient, bleibt fraglich. Die Glosse von Tobias Langley-Hunt beleuchtet die Schattenseiten dieses Trends.



